Zeitenwende im Vatikan?



vom 05.04.2022 Papst Franziskus hat eine neue Ordnung für die Kurie in Rom erlassen: Die einzelnen Abteilungen müssen nicht mehr von Priestern geleitet werden. Auch Frauen können dort nun Chefin werden. Ist das ein Durchbruch? Stimmen Sie ab.

Dieser Text stammt von der Webseite https://www.publik-forum.de/menschen-meinungen/zeitenwende-im-vatikan des Internetauftritts von Publik-Forum


"Eilmeldung nur am 1.4.2022"

==>> KORREKTUR ;Eilmeldung

"Ruf als Reformbischof durch deutliche Taten"

Leider war die Meldung vom 1. April 2022 nur ein Aprilscherz.

Anders als z.B. im Bistum Essen ist Kardinal Marx bislang noch nicht bereit, pastorale Mitarbeitende dauerhaft mit Taufen zu beauftragen und will erst den Synodalen Weg abwarten. Aber Münchner Reformgruppen hatten Kardinal Marx bei einem Gespräch im Mai 2021 eine Petition überreicht, allen pastoral Mitarbeiten dauerhaft die Befugniss zum Taufen, zum Predigen in Eucharistiefeiern, zur Eheassistenz und für Beerdigungen zu erteilen, was kirchenrechtlich schon jetzt möglich ist.

In anderen Dinge sagt Kardinal Marx durchaus beachtenswerte Dinge, wie z.B. in diesen echten Meldungen:
Kardinal Marx: "Homosexualität ist keine Sünde!" > br.de 30.3.2022
Bayerische Bischöfe sehen Kirche im Umbruch > br.de 31.3.2022


Wir sind Kirche-Pressemitteilung, München, 1. April 2022 (Aprilscherz!)

Wie wir aus speziellen Quellen erfuhren, hat Kardinal Reinhard Marx, München-Freising, sich soeben entschlossen, seinem Ruf als Reformbischof durch deutliche Taten gerecht zu werden. Angesichts der personellen Engpässe will er die Potentiale all seiner pastoralen Mitarbeiter*innen zugunsten der Gemeinden nun nutzen. Es ist ab sofort allen in der Pastoral Mitarbeitenden erlaubt, zu taufen, Eheschließungen zu assistieren, in Eucharistiefeiern zu predigen, zu beerdigen und in besonderen Fällen, die Krankensalbung zu erteilen. Um eventuell notwendige kirchenrechtliche Änderungen wird er sich dann nachträglich in Rom bemühen. Andere Diözesen hatten zuvor schon erste Schritte in diese Richtung vorgenommen. Beispiel Essen > Im Bistum Essen taufen jetzt auch Frauen

Modellfall im Erzbistum München und Freising

Für eine Tauffeier wird die nicht mehr genutzte kleine St.Johann-Baptist-Kapelle nahe  Pfäffling an der Grenze Altbayerns wieder geöffnet. Katechetin Angelica Maier wird dort am 1. April ihren Neffen Markus und ihre  Nichte Theresia in die Kirche aufnehmen. Da nach katholischer Lehre die Tauffähgikeit jedem getauften Menschen innewohnt, ist keinerlei  Presse bei diesem privaten Akt  zugelassen, um zu verhindern, dass aus einer kleinen, wenngleich vergessenen Normalität Parteiengezänk entsteht.


 

„Veränderung muss in der Pfarrgemeinde beginnen, und zwar jetzt!“

Offener Brief zu den bayerischen Pfarrgemeinderatswahlen am 20. März 2022

Pressemitteilung, München, 17. März 2022

Mit einem offenen Brief ruft das „Netzwerk für eine zukunftsfähige katholische Kirche im Erzbistum München und Freising“ alle Katholikinnen und Katholiken auf, sich an den Pfarrgemeinderatswahlen am 20. März 2022 zu beteiligen. Gerade jetzt in der dramatischen Kirchenkrise sei dies besonders notwendig, damit Kirche vor Ort lebendig bleibt und das kirchliche Engagement auch weiterhin von der Basis mitgetragen wird.

Das Netzwerk München ermutigt die gewählten Pfarrgemeinderäte, sich ihrer Verantwortung für alle Veränderungsnotwendigkeiten in Kirche und Welt zu stellen. Dies erfordere die Bereitschaft zum Weiter- und Umdenken von der Basis der Pfarrgemeinden bis hin zu den Verantwortlichen auf der Diözesanebene.

Wörtlich heißt es: „Wir brauchen eine Kultur des wirklichen Zuhörens, eine echte Beteiligung des Pfarrgemeinderates auf Augenhöhe und den Mut, bisherige Blockaden kirchlicher Strukturen durch grundlegende Veränderungen aufzulösen. Es geht um Selbstverantwortung, anstatt nur Vorgaben zu folgen.“ und weiter: „Als Getaufte und Gefirmte tragen alle Glaubenden gemeinsam Verantwortung für die Zukunft der kirchlichen Gemeinden und die kirchliche Gemeinschaft.“

Der Offene Brief nennt acht konkrete Herausforderungen für alle Beteiligten in der Pfarrei, in den Pfarrverbänden und Dekanaten bis in die diözesanen Leitungsstrukturen. Es braucht eine echte und verbindliche Mitwirkung des Pfarrgemeinderates bei allen Fragen, die die Gemeinde betreffen. Das Veto-Recht für Pfarrer muss abgeschafft werden und schon jetzt sollten Pfarrer freiwillig darauf verzichten.

Für das „Netzwerk für eine zukunftsfähige katholische Kirche im Erzbistum München und Freising“

Dr. Edgar Büttner, Priester im Dialog
Dr. Bernhard Hein, Wir sind Kirche
Franziska Müller-Härlin, Wir sind Kirche
Paul-G. Ulbrich, Gemeindeinitiative.org
Sr. Susanne Schneider, OrdensFrauen für MenschenWürde
Christian Weisner, Wir sind Kirche

> Wortlaut des Offenen Briefes (PDF 2 Seiten)

N E T Z W E R K   M Ü N C H E N  
Offener Brief zu den Pfarrgemeinderatswahlen am 20. März 2022 in Bayern  

„Veränderung muss in der Pfarrgemeinde, beginnen, und zwar jetzt!“

Sehr geehrte Kirchenbürgerinnen und Kirchenbürger!
Sehr geehrte gewählte Pfarrgemeinderätinnen und Pfarrgemeinderäte! Sehr geehrte diözesane Verantwortliche!

Wir rufen alle Kirchenbürgerinnen und Kirchenbürger auf, gerade jetzt in der dramatischen Kirchenkrise das Wahlrecht auszuüben, damit Kirche vor Ort lebendig bleibt und das kirchliche Engagement auch weiterhin von der Basis mitgetragen wird. Wir danken allen, die zu einer Kandidatur und aktiven Mitarbeit in den im März 2022 neu zu wählenden Pfarrgemeinderäten bereit sind in diesen kirchlich wie gesellschaftlich herausfordernden Zeiten. Wir ermutigen die gewählten Pfarrgemeinderäte, sich ihrer Verantwortung für alle Veränderungsnotwendigkeiten in Kirche und Welt zu stellen und gegebenenfalls auch kreativen Widerstand zu leisten, wenn es für die Gemeinde wichtig ist. Wie unsere ganze Kirche sind auch die Pfarrgemeinden Veränderungen ausgesetzt, die vertraute Strukturen und Gemeinsamkeiten hart auf den Prüfstand stellen und weiter stellen werden. Wie kann daraus Innovation und Verantwortung entstehen? Mehr denn je ist der Mut gefragt, eine lebendige Gemeinde zeitgemäß zu leiten: Die Zeichen der Zeit wahrnehmen, diese Zeichen im Lichte des Evangeliums deuten, die Anliegen der Menschen respektieren und die Menschen in ihrem Alltag, ihrer Lebenswelt und in der Lebensfreude stärken. Das erfordert die Bereitschaft zum Weiter- und Umdenken von der Basis der Pfarrgemeinden bis hin zu den Verantwortlichen auf der Diözesanebene. Wir brauchen eine Kultur des wirklichen Zuhörens, eine echte Beteiligung des Pfarrgemeinderates auf Augenhöhe und den Mut, bisherige Blockaden kirchlicher Strukturen durch grundlegende Veränderungen aufzulösen. Es geht um Selbstverantwortung, anstatt nur Vorgaben zu folgen. Daraus ergeben sich konkrete Herausforderungen für alle Beteiligten in der Pfarrei, in den Pfarrverbänden und Dekanaten bis in die diözesanen Leitungsstrukturen:

  • Echte und verbindliche Mitwirkung des Pfarrgemeinderates an allen die Pfarrgemeinde betreffenden Entscheidungen.
  • Gleiches Stimmrecht für alle Mitwirkenden im Pfarrgemeinderat, wie in den Kirchenverwaltungen
  • Echte Mitbestimmung des Pfarrgemeinderats über die Verwendung von Geldmitteln, wie in den Kirchenverwaltungen.
  • Aufhebung des Vetorechts für den Pfarrer, Pfarradministrator oder Pfarrbeauftragte; innerhalb des geltenden Kirchenrechts erfordert dies durch Selbstbindung den Verzicht darauf, Beschlüsse des Pfarrgemeinderates umzustoßen oder zu ignorieren.
  • Beachtung der satzungsmäßigen Möglichkeit, durch Hinzuwahl von Personen eine breite Repräsentanz der Gemeinde zu sichern.
  • Mitwirkung aller pastorale Berufsgruppen und auch von „Laien“ in allen pastoralen Diensten orientiert an den Charismen und Fähigkeiten. Dies betrifft u.a. Predigtdienste, Beerdigungen, Eheassistenz, Taufen, Krankensalbungen, wie dies kirchenrechtlich bereits jetzt möglich ist.
  • Zeitnahe Umsetzung der gleichberechtigten Beteiligung von Frauen auf allen Ebenen und in allen Diensten.
  • Mitwirkung an echten Reformschritten, wie sie der deutsche Synodale Weg vorschlägt und wie sie auch im weltweiten Synodalen Prozess mehr und mehr diskutiert werden.

Als Getaufte und Gefirmte tragen alle Glaubenden gemeinsam Verantwortung für die Zukunft der kirchlichen Gemeinden und die kirchliche Gemeinschaft.

Wir Glaubenden sind nicht Dienende für überkommene kirchliche Machtsysteme, sondern Zeugen der jesuanischen Botschaft. Ihr und nur ihr sind wir verantwortlich, nicht aber der Bewahrung von Entwicklungen, die der Botschaft Jesu und der Lebenswirklichkeit der Menschen widersprechen.

Die Verantwortlichen in der Kirchenleitung haben Sorge dafür zu tragen, dass Strukturen und rechtliche Voraussetzungen geschaffen werden, die nicht zuerst systemerhaltend sind, sondern eine Zukunft der einzelnen Gemeinde und der ganzen kirchlichen Gemeinschaft ermöglichen, die Freude und Interesse hervorruft, sich an ihr zu beteiligen und die Frohe Botschaft Christi heute konkret erlebbar zu machen.

Die Veränderung im Denken und Handeln muss im Kleinen, in der Pfarrgemeinde, beginnen, und zwar jetzt! Dazu erbitten wir Gottes Segen und Geistkraft.

Für das „Netzwerk für eine zukunftsfähige katholische Kirche im Erzbistum München und Freising“

Dr. Edgar Büttner, Priester im Dialog

Dr. Bernhard Hein, Wir sind Kirche

Franziska Müller-Härlin, Wir sind Kirche

Paul-G. Ulbrich, Gemeindeinitiative.org

Sr. Susanne Schneider, OrdensFrauen für MenschenWürde

Christian Weisner, Wir sind Kirche

Pressekontakt:
Paul-G. Ulbrich, Tel: 0157 88455612, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Christian Weisner, Tel: 0172 5184082, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


 

Abschied von Hans-Jörg SteicheleDr. Hans-Jörg Steichele †

Eine große Persönlichkeit hat dieses Leben verlassen. Mit Hans-Jörg Steichele, einem der theologisch und menschlich profiliertesten Sprecher des Münchner Kreises, hat uns als Gemeindeinitiative eine lange, sehr gute Beziehung und Zusammenarbeit verbunden. Immer wieder setzte er wesentliche Impulse, um die Erneuerung der Kirche voran zu bringen. Dabei blieb er nicht nur am Schreibtisch, sondern suchte die Nähe der Menschen und stand auch schon einmal zusammen mit anderen am Rande der großen Münchner Fronleichnamsprozession  mit Plakaten, die zur Reform aufriefen. Mit großer Dankbarkeit werden wir stets an ihn denken. Unsere guten Gedanken begleiten seine Familie und die große Schar seiner Freunde und Wegbegleitenden.
Wir haben uns am 21.2. 2022 im Requiem und der Beerdigung am Nordfriedhof von Herrn Pfarrer Dr. Hans-Jörg Steichele verabschiedet. Das Requiem und die anschließende Beerdigung besonders mit den berührenden Worten in der Predigt von Elisabeth Stangassinger war ein würdiger Abschied von ihm. Diese Worte, hier zum Nachlesen, sind eine große Wertschätzung seines Lebens.

 

Abschied von Hans-Jörg: Joh 12,24-25 und Gen 32,23-32

Liebe Familie Steichele, liebe Familie Krist, liebe alle Menschen hier, die ihr alle um Hans-Jörg trauert,
es ist ungeheuer schwer, jetzt hier zu stehen und einen Menschen zu beschreiben, der im letzten unbeschreiblich ist. Der keinen Kampf gescheut hat, der aber vor allem die Erde nicht gescheut hat. Der sich hineingegeben hat – so möchte ich es einmal ausdrücken – in die verschiedensten Gemeinschaften von Adam und Hava, in die von der Erde genommenen und mit Leben erfüllten Menschengebilde aller Art. Und so werden auch immer wieder Freunde von ihm zu Wort kommen in dieser Predigt – wobei ich mich jetzt schon dafür entschuldigen möchte, dass so Vieles von dem Berührenden, was Ihr geschrieben habt, einfach hier nicht mehr Platz gefunden hat.
Erde – erdig sein – geerdet sein – das war es, was Hans-Jörg Steichele immer ausgezeichnet hat.
Bei Beerdigungen hat er nie das Schäufelchen genommen, um Erde in das Grab zu werfen, sondern seine Hände … um die Erde zu fühlen.
Und ich kann mich noch erinnern, wie er eines Tages einen riesigen Klumpen Ton mit auf die Alm geschleppt hat, weil schlechtes Wetter angekündigt war. Und dann – mit diesem Kneten, Bearbeiten, Formen … kam ein unglaublicher Austausch zustande … es war ein wunderbarer Nachmittag.
Er hat manches Mal von der Trockenheit gesprochen, die er erlebt hat im Kampf um und mit seiner Doktorarbeit. Fühlte sich wie ein Weizenkorn, dass die Erde erforscht, aber nicht hineindarf. Er war ein brillanter Theologe … hat alle seine Examina – angefangen beim Abitur - mit Auszeichnung bestanden. Das war natürlich zu ahnen bei seinem messerscharfen Verstand, wusste aber niemand … Er hat es nicht erzählt, weil es ihm nie darum ging, nach außen zu glänzen, sehr wohl aber darum, die Dinge ganz zu durchdringen. So war es für ihn unabdingbar, dass er, bevor er die Begleitung von Studierenden übernimmt, eine psychologische Ausbildung bekommt. Die hat er sich erkämpft. So kam er ans CG-Jung-Institut in Zürich. Seine Lehrtherapeutin Ingrid Riedel (viele kennen sie von ihren Büchern her) hat geschrieben: „Er wäre hochbegabt dazu gewesen, als Psychotherapeut einen eigenen Berufsweg einzuschlagen, doch es war gar keine Frage für ihn, dass er als Theologe und Priester weiterhin ganz für den Dienst in der Kirche zur Verfügung stehen wollte …“. Ja, dem Dienst an den Menschen in dieser Kirche wollte er zur Verfügung stehen, obwohl er an ihr oft so unsäglich gelitten hat. Für ihn war es nie eine Frage, dass – zumindest von Gott her - Frauen und Männer gleichermaßen zu allen Diensten in dieser Kirche berufen sind. Und so hat er gekämpft in dieser Kirche, sich eingesetzt für Wandlung und Veränderung und mehr Lebendigkeit. Ein Freund schreibt dazu: „Er war sich nicht zu schade, am Rande der Stadtfronleichnamsprozession mit einem Plakat zu demonstrieren (zusammen mit anderen). Er schrieb Positionspapiere, Petitionen und Thesen für den Münchner Kreis … - wie immer biblisch und theologisch bestens begründet. Ja, Hans-Jörg hatte die Hand am Puls der Zeit und der Kirche“. Soweit dieser Freund. Wer sich so aus dem Fenster lehnt, macht natürlich keine Karriere in der Kirche. Ich weiß nicht, ob er daran gelitten hat – ich glaube aber eher nicht.
Hans-Jörg Steichele war nie jemand der gesagt hat: Ach, kein Problem für mich … mach ich! Er war immer ein tastender Mensch, ein verantwortlich handelnder Mensch, voller Achtung gegenüber jedem Lebensweg, wie krumm und schief der auch gelaufen sein mochte. Ich erinnere mich an seine Sprechstunden in St. Ignatius – jeden Freitag von 17.00 bis 19.00 Uhr – da saßen Menschen aller Couleur auf der Wartebank … und natürlich ist es nie bei 19.00 Uhr geblieben – bei Begegnungen gab es für Hans-Jörg Steichele kein Zeitlimit. Das hat natürlich des Öfteren (um nicht zu sagen oft bis fast immer) dazu geführt, dass er kaum einmal pünktlich irgendwo ankam … und die Wege zum nächsten Termin waren deshalb immer von größter Eile gekennzeichnet. Auch da sehe ich ihn direkt vor mir: Offener, wehender Mantel, halboffene Tasche, schiefer Hut … und in Riesenschritten eilend. In der Jugend von St. Ignatius hat ihm das den Namenszusatz „Seine Eiligkeit“ eingebracht.
St. Ignatius. Freunde von ihm haben geschrieben: „Der Kirchenbau (Zeltform) und die Ausgestaltung von St. Ignatius (die Weizenähren, der Weizenkornspruch) waren für ihn Symbol für seine gesamte Theologie und Seelsorge: Die Zeltform als Symbol der Menschen auf der Wanderschaft, des miteinander Unterwegsseins, des Suchens in der Freiheit des Geistes … immer auf Augenhöhe“.
Und dann eben das Weizenkorn, das sich in die Erde gibt. Hans-Jörg Steichele hat dieses Schriftwort nicht nur geliebt sondern gelebt. Hat sich durchdringen und aufweichen lassen von den Menschen um ihn herum. Hat sich ausgesetzt, immer wieder seine Ängste überwunden - und da waren große Ängste - und sich hineingegeben in Beziehungen, in Konflikte, in Diskussionen, in Gruppen aller Art. Er hat unglaublich gerungen, wenn ihm etwas wichtig war … und konnte seinen Standpunkt vertreten, bis hin zur Sturheit (muss man schon auch sagen). Aber wenn etwas ausgefochten war – dann hat er das Ergebnis angenommen, auch dann, wenn es für ihn ein schmerzhafter Ausgang war, weil er sich etwas anderes gewünscht hätte. Wie im Jakobskampf hat er allem irgendwie einen Segen abgerungen … auch dann, wenn er hinkend daraus hervorgegangen ist. Er wusste: Unversehrt bleibt niemand, der sich aufs Leben einlässt. Für mich lag und liegt in dieser Handlungsweise etwas ganz Wichtiges drin, nämlich: Hans-Jörg Steichele hat den Geist Gottes ernst genommen. Er hat nicht nur gesagt: „Ihr habt alle den Heiligen Geist“, sondern er hat es gespürt, ganz innen gewusst, geglaubt und gelebt. Hans-Jörg Steichele hat dem Heiligen Geist, der sich offenbart im Miteinander auf Augenhöhe – zumindest sagt das Paulus mit seinem Gleichnis vom Leib und die vielen Gliedern – Hans-Jörg hat diesem Geist immer mehr getraut, als seiner eigenen Meinung. Er wusste, dass er durch die Priesterweihe nicht per se mehr Heiligen Geist hat als andere. Solche Arroganz war ihm fremd.
„Obwohl er Doktorand und Priesteramtskandidat war, hatte er keine Dünkel und hat sich für uns Mittheolog*innen interessiert und uns geschätzt.“ schreiben Freunde von ihm, die in dem 1976er Kurs waren, zu dem er dazugestoßen ist und die – aus diesem Kurs heraus, aber auch über diesen Kurs hinaus über Jahrzehnte in einer Lebensgruppe mit ihm waren. Alle 14 Tage am Sonntagabend traf sich diese Gruppe, und teilte Glauben und Leben miteinander mit Malen, Bibliodrama, Träume waren wichtig … und vor allem das sich gegenseitig aus dem Leben erzählen. Diese Lebensgruppe war ein Dreh- und Angelpunkt im Leben von Hans-Jörg Steichele. Und darüber hinaus alle, die ihm zu Freunden und Freundinnen geworden waren.
In seiner Zeit in Zürich ist ihm noch etwas zutiefst ans Herz gewachsen, was dort in der Ausbildung eine große Rolle gespielt hat, nämlich Märchen. Das mögen manche belächelt haben. Aber Märchen, die in tausend Variationen die Grundprobleme des Menschseins spiegeln, können für den, der sich auf sie einlässt, ein wahres Tor ins Leben werden. Das hat Hans-Jörg in seiner Züricher Zeit zutiefst begriffen. Rothaarig-grünäugig war dabei eines seiner Lieblingsmärchen. Und diese Farbkombination rot und grün entdeckte er dann überall: In Ikonen-Darstellungen, in denen der Auferstandene Adam und Eva aus dem Totenreich herauszieht, in Darstellungen von Tobias und Sarah aus dem Buch Tobit … und nicht zuletzt im „grünen Christus“ von Marc Chagall im Fraumünster in Zürich, den er gefühlt allen gezeigt hat, die ihn in Zürich besucht haben.
Na ja … und dann gab es da aber auch noch den übergenauen, um nicht zu sagen, pädantischen Hans-Jörg Steichele. Wer je einen von ihm erstellten Ablauf eines größeren Gottesdienstes oder eines Besinnungstages oder dergleichen in der Hand hatte der oder die weiß, wovon ich rede. Es wurde alles aufgenommen, was im Jahr davor ein Problem war. So wurden die Abläufe von Jahr zu Jahr länger. Und ich erinnere mich noch, als in St. Ignatius bei einer Erstkommunion einmal Blattläuse vom Blumenschmuck herumkrabbelten; ab da stand jahrelang für die Mesnerin im Ablauf: „Achtung Läuse!“.
Weil manche von uns gerade lachen: An sein Lachen werden wir uns wohl alle ein Leben lang erinnern … und an sein Nießen.
Wir haben lange überlegt, welches Evangelium wir für heute nehmen – Das Gleichnis vom Schatz im Acker oder eben das Weizenkornwort. Letzteres ist es schließlich geworden. Aber – gerade im Hinblick auf seinen Werdegang hätte es immer auch der Schatz im Acker sein können, weil es von dem Mann, der den Schatz findet, heißt: „Und in seiner Freude verkaufte er alles, was er besaß und kaufte den Acker.“ – Hans-Jörg setzte alles auf diese eine Karte vom Reich Gottes. Allen Auseinandersetzungen zum Trotz – angefangen bei seinem Vater, der ihn nie als Priester sehen wollte (worunter er sein Leben lang gelitten hat) – bis hin zu allen Auseinandersetzungen mit und in dieser Kirche. Er blieb dem Acker treu und dem Schatz, weil beides zusammengehört.
Es gäbe noch so viel zu erzählen – von seiner großen Liebe zur Musik, wie er aufblühen konnte in Konzerten, beim Musikhören und beim Selber-singen, davon, dass er lange bevor es Modelle von Exerzitien im Alltag gab, mit Leuten aus der Gemeinde Exerzitien entworfen hat, na ja und vielleicht auch davon, dass das Mitfahren in seinem Auto immer eine gewisse Herausforderung war 😊, davon, dass Lyrik, Hilde Domin, Paul Celan, Rose Ausländer für ihn eine Quelle der Inspiration war (mein Gott, wie hatte er sich gefreut, als er das Gedicht von Rainer Maria Rilke entdeckt hat: „Schwer ist zu Gott der Abstieg“!), davon, dass er zwei Jahre lang seine Mutter hingebungsvoll gepflegt hat, davon, dass er ein Genießer von gutem Essen war, davon dass ihn der Sternenhimmel immer fasziniert hat. Und und und …
Mit seiner Krankheit und ganz besonders mit dem unseligen Unfall, kam in das Leben von Hans-Jörg Steichele noch einmal jener „Eine, der mit ihm rang, bis die Morgenröte aufstieg“. – Wie schwer es für ihn, den Mann des Wortes, gewesen sein mag, nicht mehr sprechen zu können, lässt sich wohl kaum ermessen. Aber er blieb Kommunikator. Mit und ohne Hilfsmittel war es möglich, mit ihm zu kommunizieren. Und sein wacher Geist war auch in der Nicht-Sprache spürbar … und seine tiefe Menschlichkeit sowieso. Und so konnte eine Pflegerin im St.-Michael-Pflegeheim am Schluss sagen: „Er hat auch uns gutgetan“.
„Ich werde vor allem Deine liebevolle Art, Deine außergewöhnliche Großzügigkeit, Deinen schalkhaften Humor, Deine Fähigkeit, urteilsfrei zuzuhören, Deine Bereitschaft zu Selbstreflexion und Deine Spiritualität in Erinnerung behalten.“ schreibt Magdalena Meitzner, sein Taufpatenkind.
Ja wir alle werden einen zutiefst lebendigen Menschen in Erinnerung behalten,
ein Weizenkorn, das sich der Erde hingegeben hat.
Schließen möchte ich mit einem Gedicht von Hilde Domin, das Hans-Jörg Steichele sehr geliebt hat und das, wie ich finde, wie eine Art Spiegel für sein Leben ist. Viele hier werden es kennen. Es heißt:

Bitte

Wir werden eingetaucht
und mit dem Wasser der Sintflut gewaschen,
wir werden durchnässt
bis auf die Herzhaut.
Der Wunsch nach der Landschaft
diesseits der Tränengrenze
taugt nicht,
der Wunsch, den Blütenfrühling zu halten,
der Wunsch, verschont zu bleiben,
taugt nicht.
Es taugt die Bitte,
dass bei Sonnenaufgang die Taube
den Zweig vom Ölbaum bringe.
Dass die Frucht so bunt wie die Blüte sei,
dass noch die Blätter der Rose am Boden
eine leuchtende Krone bilden.
Und dass wir aus der Flut,
dass wir aus der Löwengrube und dem freurigen Ofen
immer versehrter und immer heiler
stets von neuem
zu uns selbst
entlassen werden.

Lieber Hans-Jörg, heute ist dein Geburtstag – 21.02. - und ja, wir feiern; wir feiern dein Hineingeborenwerden in jene Anderwelt, die uns mit Dir hier schon so oft aufgeblitzt ist. Der Geburtskanal für diese Deine letzte Geburt war für Dich lang und eng. Aber ich bin sicher, dass Dich dort unser Bruder längst umarmt hat, Jesus, der Christus, dem Du immer vertraut hast. Und deshalb:

Auf WIEDERSEHEN, Hans-Jörg Steichele.


 

 

 

 

 

8. März 2022 | Weltfrauentag

FrauenKönig*innen-Figur von Ralf Knoblauch https://ralfknoblauch.de/wp/

erheben ihre

Stimme –

für Würde

16.00 bis 17.30 Uhr

Max-Joseph-Platz

König*innen-Figuren zum Anschauen
und Anfassen

 

In meditativer Atmosphäre wird der
Würde jedes Menschen gedacht:

Wir sind aufrecht; wertvoll, einzigartig; würdig; schön!

Durch Infos und pantomimische
Darstellung werden Verletzungen von Würde dargestellt:
Wir schweigen nicht; stehen auf;
wehren uns; protestieren; kämpfen!

18.00 Uhr
St. Michael, Neuhauser Straße 6

Abendmesse
mit Frauenpredigt zum Thema:
Frauenwürde und Frauensolidarität

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In der Zeit vom 21. Februar bis zum 08. März 2022 sind die Königinnen
und Könige in St. Michael, Neuhauser Straße 6, 80333 München zu sehen
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 4 Logos von Frauenverbänden

Hinweise auf zwei sehr spannende und mutmachende Sendungen:

Sendung im Bayrischen Rundfunk, in der Weltkirchenbischof Schick betont, dass die "Frauenfrage" kein deutsches Phänomen sei:

https://www.br.de/br-fernsehen/sendungen/jetzt-red-i/umkehr-abkehr-katholische-kirche-100.html

voices of faith hat eine Veranstaltung organisiert, in der das wunderbare Buch von Sr Philippa Rath und Burghard Hose --- Frauen ins Amt .. vorgestellt wurde:
https://www.facebook.com/voicesoffaithwomen/videos/5130148180340449

"Ich habe das Buch gekauft und darin einige Münchner Kleriker gefunden .. angefangen von Kardinal Reinhard Marx. Den nehmen wir beim Wort."  (schreibt Sr. Susanne Schneider MC)



Du GOTT

hast uns als Menschen,

als deine Abbilder geschaffen.

So musst du uns nun haben,

mit allen Kanten und Macken,

die du uns mit auf den Weg gegeben hast.

Wir sind nur durch dich,

GOTT, Menschen mit Würde.

Dieses einzigartige Geschenk,

das wir so selbstverständlich nehmen,

ist bedroht.

Lass uns dankbar, helfend und mutig

Wege gehen,

die Würde schenken,

voller Respekt und Sympathie.

Alle Menschen sollen erfahren,

dass du GOTT, uns segnest

und mit Würde krönst.

Sr. Marzella Krieg
OrdensFrauen für MenschenWürde

www.facebook.com/ordensfrauenfurmenschenwurde.ofm

 

Handzettel zum Download

Der Künstler der König*innen-Figuren ist Ralf Knoblauch https://ralfknoblauch.de/wp/


 

 

Zur 3. Vollversammlung des Synodalen Weges


30. Januar 2022

Katholische Verbände und Reformgruppen sowie Betroffenengruppen haben vor der 3. Synodalversammlung einen Offenen Brief an die Teilnehmenden gerichtet.

O f f e n e r   B r i e f 
katholischer Verbände und Reformgruppen
an die Teilnehmenden der 3. Synodalversammlung
vom 3. bis 5. Februar 2022 in Frankfurt

Der Synodale Weg muss die Wende bringen – konkret und jetzt!

Mit großem persönlichem Einsatz und mit hoher moralischer, theologischer und pastoraler Verantwortung sind entscheidende Texte erarbeitet worden. Dafür sprechen wir als Reformgruppen und Verbände unseren Dank aus. Jetzt erwarten wir von den Teilnehmenden der 3. Synodalversammlung, diese wegweisenden Vorlagen mit eindeutigen Mehrheiten zu beschließen, sodass sie auch vom Vatikan wahrgenommen und akzeptiert werden.

Die 2. Vollversammlung stand unter dem Eindruck der überraschenden Entscheidung des Vatikans bezüglich des Kölner Erzbistums und seiner Verantwortlichen; dennoch hat die 2. Vollversammlung gute Arbeit geleistet. Die 3. Vollversammlung findet während des kirchlichen Bebens statt, das die Kampagne #OutInChurch und vor allem die Veröffentlichung des zweiten Münchner Missbrauchsgutachtens am 20. Januar 2022 ausgelöst haben. Mit seiner Stellungnahme zu diesem Gutachten, seiner Korrektur einer offensichtlichen Falschaussage und der Ablehnung persönlicher Verantwortung hat Joseph Ratzinger, Münchner Erzbischof 1977 bis 1982, seinen Ruf als „Mitarbeiter der Wahrheit“ zerstört und dem Amt schweren Schaden zugefügt.

Durch die vielfachen und weltweiten Missbrauchsfälle, ihre Vertuschung und die Missachtung des Leids der Betroffenen steht die institutionelle römisch-katholische Kirche vor einem moralischen Bankrott und Scherbenhaufen. Wenn die zu erwartende nächste Austrittswelle noch aufgehalten werden soll, aber auch für die Katholik*innen, die bewusst in der Kirche bleiben wollen, darf der Synodale Weg nicht ins Leere laufen, wie etwa der „Dialog- bzw. Gesprächsprozess“ 2011 bis 2015 und viele andere Reformprozesse. Sie als Synodale der 3. Vollversammlung sollten sich Ihrer großen Verantwortung, aber auch der großen Visionen bewusst werden, die es in dieser Situation braucht.

Es ist höchste Zeit für eine grundlegende Neuorientierung auf allen Ebenen, wie sie auch Papst Franziskus mit dem Pfingsten 2021 eröffneten weltweiten Synodalen Prozess zum Ziel hat. Dabei ist immer wieder in Erinnerung zu rufen: Auslöser für den Synodalen Weg in Deutschland waren die systemischen Ursachen sexualisierter Gewalt, die die 2018 veröffentlichte MHG-Studie benannt hat: Machtmissbrauch, Pflichtzölibat, überkommene Sexualmoral und Missachtung der Frauen! Erst diese Faktoren begünstigten die sexualisierte und spirituelle Gewalt und deren Vertuschung. Nur wirklich überzeugende Schritte zur Aufarbeitung dieser Verbrechen in unserer Kirche machen den Weg für eine neue „Evangelisierung“  und eine strukturelle Reform möglich.

In dieser dramatischen Situation kann und muss die 3. Vollversammlung des Synodalen Weges die Wende bringen, konkret und jetzt! Auch international sind die Hoffnungen und Erwartungen bezüglich des Synodalen Weges in Deutschland groß.

  • Wir appellieren an den Vatikan, endlich ein deutliches und eindeutiges Zeichen der Würdigung des Synodalen Weges zu geben, der kein deutscher Sonderweg ist, sondern ein konstruktiver Dienst an der Weltkirche.
  • Die Bischöfe und Weihbischöfe fordern wir auf, sich jetzt verlässlich zu den einzelnen Beschlussvorlagen zu positionieren. Solange es kirchenrechtlich keine Gewaltenteilung und keine wirksamen Kontrolle von Macht gibt, ist eine Selbstbindung der Bischöfe erforderlich.
  • Kirchenrechtlich schon jetzt mögliche Handlungsoptionen müssen unverzüglich schon jetzt in den einzelnen Diözesen angegangen und in „Sofortprogrammen“ umgesetzt werden.
  • Vor allem die Gemeinden, die derzeit auch wegen des Pflichtzölibats und des Ausschlusses der Frauen und anderer (FINT*)Personen von Weiheämtern massiv am Ausbluten sind, warten dringend auf konkrete Reformen.
  • Neben den theologisch fundierten Ausarbeitungen des Synodalen Weges für langfristige Änderungen, ist gleichzeitig eine breite Informationskampagne über den Fortgang des Synodalen Weges für die Katholik*innen und Gemeinden in Deutschland erforderlich.
  • Dringend notwendig sind internationale Vernetzung und fremdsprachige Informationen über den Synodalen Weg in Deutschland, um den Störmanövern aus dem Ausland entgegenzutreten.
  • Bei allem muss vor allem und zu allererst auf die Überlebenden sexualisierter und geistlicher Gewalt geschaut werden. Für sie sind das Bekennen persönlicher Schuld und die persönliche Verantwortungsübernahme kirchlicher Amtsträger, selbst wenn diese nach dem Buchstaben des Kirchenrechts korrekt gehandelt haben sollten, von hoher Bedeutung.
  • Für immer mehr Katholik*innen in ganz Deutschland ist es nicht vorstellbar, dass Kardinal Woelki trotz seiner Verfehlungen seine Amtsgeschäfte am Aschermittwoch wieder aufnimmt. Hier sollte der Vatikan seine fragwürdige Entscheidung vom Herbst 2021 revidieren.
  • Uns allen aber muss klar werden: Langfristig und nachhaltig kommen wir nur voran, wenn unser Bemühen um Erneuerung von umfassenderen christlichen, ökumenischen, vielleicht interreligiösen Visionen getragen sind. Keine Kirche kann Selbstzweck sein.

Seien Sie mutig, jetzt! Sorgen Sie dafür, dass wenigstens die jetzt besprochenen Minimalziele erreicht werden. Das Kirchenvolk will endlich erste Reform-Taten sehen, keine vertröstenden Ankündigungen mehr hören. Stellen Sie die Weichen für eine Kirche, die bei den Menschen ist – damit wir als Nachfolgegemeinschaft Jesu auch in Zukunft glaubwürdig und freudig Zeugnis geben können von der visionären Kraft der christlichen Botschaft!

30. Januar 2022    

> Offener Brief und Erstunterzeichnende als PDF (2 Seiten) korr
englische Fassung:
> Open letter and first signatories PDF (2 pages)

Der offene Brief wurde (* = nachträglich) unterzeichnet von :

Aktion „Lila Stola“ und Frauenwürde e.V. – Projektgruppen von Wir sind Kirche
Aktionsgemeinschaft Rottenburg (Solidaritätsgruppe von Priestern und Diakonen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart) – AGR
* Berufsverband der Pastoralreferent*innen Deutschlands (BVPR)
Bund der Deutschen Katholischen Jugend BDKJ
* Caritas München
* FRAUENKIRCHORT St.Magdalenen, Hildesheim
Freckenhorster Kreis 
Gemeindeinitiative.org
Katholischer Klartext
Initiativgruppe vom Zölibat betroffener Frauen
Institut für Theologie und Politik  
* Leserinitiative Publik-Forum e.V.
* Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) Deutschlands 
Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) – Bundesverband e.V.  
Katholischer Deutscher Frauenbund e.V. (KDFB)  
Katholisches LSBT+ Komitee 
KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche
Laienverantwortung Regensburg e.V., eine Vereinigung von Gläubigen nach CIC c. 215
Maria 2.0
Münchner Kreis – Initiative von in der Pastoral Tätigen in der Erzdiözese München-Freising
ND – Christsein.heute 
* Netzwerk Diakonat der Frau
Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) e.V.
OrdensFrauen für MenschenWürde
#OutInChurch
Pfarrer-Initiative Deutschland
//Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!">Priester im Dialog
pro concilio, Reforminitiative in der Diözese Rottenburg-Stuttgart"  
* Redaktion imprimatur
Roman Catholic Women Priests (RCWP)
Vereinigung katholischer Priester und ihrer Frauen
* We Are Church International

Diese Betroffeneninitiativen unterstützen den Aufruf:
Initiative Sauerteig Garching/Alz
MoJoRed e. V. Missbrauchsopfer- Josephinum-Redemptoristen e. V.
„Eckiger Tisch“ e.V.

* Weitere Unterzeichnungen bzw. Unterstützungen sind möglich. Bitte E-Mail an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


 

ARD-Doku Wie Gott uns schuf - Coming out in der katholischen Kirche

Infos zu Sendung

die Doku

Auf die Beiträge, der einzelnen Beteiligten kann man hier direkt zugreifen:

Am 24. Januar 2022 veröffentlicht:
#outinchurch. Für eine Kirche ohne Angst. 
125 Menschen, ein Manifest, ein Film, ein Buch


 

"Maria 2.0" fordert: Ratzinger soll Papst-Namen ablegen

München (dpa) - Die katholische Reformbewegung "Maria 2.0" fordert Papst Benedikt XVI. nach dem aufsehenerregenden Gutachten zu sexueller Gewalt im Erzbistum München und Freising auf, seinen päpstlichen Namen abzulegen. "Wir erwarten, dass Joseph Ratzinger in Anbetracht dessen auf die Verwendung seines päpstlichen Namens sowie seiner damit verbundenen Titel und Insignien verzichtet", teilte die feministische Initiative mit. Er habe den sexuellen Missbrauch Minderjähriger "auf geradezu dreiste Weise verharmlost".

den ganzen Artikel lesen sie hier in der Süddeutschen Zeitung


 

Sexualisierte Gewalt in der Kirche:


Der Schutz der Hierarchen galt den Tätern


Das neue Gutachten zur Aufarbeitung von Missbrauchsfällen im Erzbistum München mache eines deutlich: Kinder seien weniger wert als Kleriker, kommentiert Christiane Florin. Der frühere Papst Benedikt etwa habe bis heute nicht verstanden, was sexualisierte Gewalt mit Kindern mache.

https://www.deutschlandfunk.de/kommentar-sexualisierte-gewalt-katholische-kirche-papst-benedikt-kardinal-marx-100.html

 

Fehlverhalten in 42 Fällen:


Das attestiert ein heute veröffentlichtes Gutachten Verantwortlichen aus dem Erzbistum München und Freising. Auch dem ehemaligen Papst Benedikt XVI. werden schwerwiegende Versäumnisse vorgeworfen.

Hier beim BR: https://www.br.de/nachrichten/bayern/missbrauchsgutachten-sieht-fehlverhalten-benedikts,Sv2lt9I

direkt zum Gutachten:

https://westpfahl-spilker.de/wp-content/uploads/2022/01/WSW-Gutachten-Erzdioezese-Muenchen-und-Freising-vom-20.-Januar-2022.pdf

Video der Pressekonferenz zur Vorstellung des Gutachtens

Statement von Kard. Marx zur Veröffentlichung des Missbrauchsgutachtens


 

Das Münchner Gutachten dokumentiert das Multi-Systemversagen der Kirche

Auf fast 1.900 Seiten beschreibt das Münchner Missbrauchsgutachten einen Abgrund an Klerikalismus, Institutionenschutz und Führungsversagen. Was von jedem Kommunionkind in der ersten Beichte erwartet wird, wollen die Gutachter auch von den Verantwortlichen in der Kirche: Gewissenserforschung, Reue und Umkehr. Eine Analyse.auf katholi

Von Felix Neumann auf katholisch.de


 

Das neue Gutachten zu Missbrauchsfällen im Erzbistum München und Freising hat tiefes Entsetzen ausgelöst.



Wie Betroffene, Experten und Beschäftigte der katholischen Kirche die Ergebnisse bewerten und welche Konsequenzen sie fordern.

Ein Artikel von Andrea Schlaier in der SüddeutschenZeitung

https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-katholische-kirche-kardinal-marx-missbrauch-1.5512744

 


 

Was einige Bischöfe inzwischen sagen, könnte von uns stammen"

Drei Jahre "Maria 2.0": Was hat der Protest gebracht?

Anfang 2019 entstand die Frauenbewegung "Maria 2.0". Seither demonstriert sie für grundlegende Veränderungen in der Kirche und sorgt mit Aktionen für Aufsehen. Wie steht die Initiative heute da? Katrin Richthofer, die die Münchner Gruppe mitgegründet hat, spricht darüber im katholisch.de-Interview.

Das Interview finden sie hier bei katholisch.de


 

Offener Brief an Papst Franziskus

zu aktuellen Äußerungen von Kardinal Gerhard Ludwig Müller

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Der emeritierte Bischof von Regensburg und ehemalige Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre, Kardinal Gerhard Ludwig Müller, hat in jüngerer Zeit mehrfach durch Äußerungen Aufsehen erregt, die sowohl in der Öffentlichkeit als auch von Fachleuten als Verschwörungsmythen und tendenziell antisemitisch wahrgenommen wurden. > mehr zu den Aussagen von Kardinal Müller

Auf die massive Kritik, die in den Medien daraufhin zum Ausdruck gebracht wurde, hat der Kardinal seine Äußerungen keineswegs korrigiert oder gar zurückgenommen, sondern sie, ganz im Gegenteil, noch bekräftigt und zum Teil sogar verschärft. Innerhalb wie außerhalb der katholischen Kirche haben diese Äußerungen für erhebliche Irritationen gesorgt. Von einem Kardinal ist zu erwarten, sich an seriösen wissenschaftlichen Fakten zu orientieren und alles zu tun, um Spaltungen in Gesellschaft und Kirche zu vermeiden. Doch Kardinal Gerhard Ludwig Müller hat mit seinen Aussagen der katholischen Kirche erneut schweren Schaden zugefügt.

Wir appellieren eindringlich an Papst Franziskus, dafür Sorge zu tragen, dass dem unverantwortlichen Treiben von Kardinal Gerhard Ludwig Müller umgehend Einhalt geboten wird. Wir halten es für nicht vertretbar, dass eine Person, die Verschwörungsmythen verbreitet und sich antisemitischer Chiffren bedient, als Richter am Obersten Gerichtshof der Apostolischen Signatur amtiert und als Mitglied des Kardinalskollegiums zum Kreis der potentiellen Papstwähler zählt.

Gerade an Weihnachten und aufgrund unserer deutschen Geschichte sollten wir Katholikinnen und Katholiken der Weltgemeinschaft keine antisemitischen Äußerungen mehr dulden.

23. Dezember 2021

Dr. Edgar Büttner, Wir sind Kirche und Priester im Dialog, Bad Aibling
Mechthild Exner-Herforth, Maria 2.0, Walsrode
Prof. Dr. Johannes Grabmeier, Vorsitzender der Laienverantwortung Regensburg
nach CIC c.215
, Deggendorf
Sigrid Grabmeier, Wir sind Kirche-Bundesteam, Deggendorf
Magnus Lux, Diplomtheologe, Schonungen
Heinrich Mix, Wir sind Kirche-Bundesteam, Hannover
Dr. Dr. Wolfgang F. Rothe, München
Hiltrud Schönheit, Vorsitzende des Katholikenrates München
Prof. Dr. theol. Norbert Scholl, Wilhelmsfeld
Renate Spannig, Maria 2.0 und ND, München
Paul-G.Ulbrich, Gemeindeinitiative München, Eichenau
Christian Weisner, Wir sind Kirche-Bundesteam, Dachau

> Offener Brief als PDF (1 Seite)

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Pressekontakt und Möglichkeit, sich dem Offenen Brief anzuschließen:
Renate Spannig, 0176/43125959, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Christian Weisner, Tel. 0172 5184082, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Der Offene Brief an Papst Franziskus wird unterstützt von:

Diese Liste wird laufend ergänzt

Friedrich Griess, Wir sind Kirche Österreich / Laieninitiative, Kierling
Karl Graml, OStR i. R. , Priester im Dialog, Lenting bei Ingolstadt
Axel Harald Stark, Theologe, Passau
Maria Hagenschneider, Hamm
Erika Kerstner, Stutensee
Natalie Kohl, Diplomingenieur Chemie, Bad Homburg
Jiri Georg Kohl, Mathematiker und Theologe, Bad Homburg
Bertram Bolz, Diakon, Bad Teinach-Zavelstein
Klaus Sanke, Pfarrer
Arnd Schillinger, Vorsitzender Pfarrgemeinderat Kirchengemeinde Bruchsal-Michaelsberg
Franz-Josef Oestemer, Bezirkakantor i.R., Wiesbaden-Biebrich
Altfrid Norpoth, Essen
Dr. Heiner Michael Vogt
Markus Krell
, Pfarrer, Tiefenbach
Lioba und Robert Wehrfritz, Lautertal
Inge und Alfons Pfeifer, Dossenheim
Andrea Keber, Nieder-Olm
Dr. H.-K. Kaufner, Coburg
Hofrat Hosch Prof. für Religionpädagik
Mag Meinrad Fischer, Absam Tirol
Agatha Gachnang-Dekker, CH 8630 Rüti
Michael Nowak, Dipl.-Theol. PR, DHb, Pfarreiengemeinschaft Theres, Wonfurt
Michael Blattner, Bielefeld
Dr, Bernd Meyer-Bender, München
Volker Fritzsche, München
Andreas Detterbeck, Mittelschullehrer und Musiker
Barbara Krause
Hans Hüppi-Oberholzer
, Seelsorger, Ernetschwil
Daniel Rings, Gymnasiallehrer für Religion, München
Klaus Hüttemann,  Uhrmachermeister,  Essen
Lutz Brueggemann
P. Wolfgang Jungheim, Koblenz
Wolfgang Lebe
Rudolf Engelbrecht
, Wir sind Kirche im Bistum Osnabrück, Bad Iburg
Ursula und Manfred Dümmer Bielefeld
Anette Töniges
Norbert Pfaff
Pfr. em. Nieder-Olm
Birgit Drepper-Zöpfgen und Dieter Zöpfgen, Recklinghausen
Nicolas Bárdos-Féltoronyi, Professeur émérite de l’Université catholique de Louvain
Gerhard Peter diplomierter Theologe und Ethiklehrer an mehreren Berufsschulen und Fachoberschulen in Dresden
Siegfried Schwinn, Diakon, mit Ehefrau Katharina und den Söhnen Matthias, Bernhard, Christian und Johannes
Franz Karl Ress
, München
Maria Woltering, Münster
Johannes Schmidt, Ruderting, Kreisvorsitzender der Kath. Landvolkbewegung Passau
Regina Schmidt, Ruderting
Wolfram Kõnigsfeld, Kall
Dieter Müller-Flury, Gemeindeleiter St. Stefan Wiesendangen (CH)
Prof. Dr. Winfried Eberhard
Michael Kommer, Bremen
Anita Königsfeld , Kall
Klaus Blömer, Mechernich
Brigitte Baierlipp
Wolfgang Petzke
, OStR i.R.
g.muehlpointner
Bernhard Pfaff,
Renchen
Albert Broehling
Reiner Wagner
, Hilpoltstein
Dr. Bernd Weber, Münster
Marga Pindur, Rentnerin, Kerpen
Maria Banfelder, StDin i. R., Coburg
Klaus Huber, Achern
Ursula Binsack, Dachau
Dr. Guido Schleifer, Fürth
Maria Rüth,Güntersleben
Mechthild Regner
Herbert Koch
, Drolshagen
Barbara Damwerth, Bochum
Eberhard Hirner
Gerhard Fischer
, Hamburg
Prof. a.D. Dr. Jochen Windheuser, Bremen
Birgt Gündner, Diplom-Pädagogin, Zertifizierte GFK-Trainerin, 71672 Marbach
Dr. Gudrun Felder
, Maria 2.0, Düsseldorf
Professor  Dr. Michael Brocke, Duisburg 
Dr. (theik.) Josef Müller, Sankt Augustin
Dr. Martin le Claire, Solingen
Dr. Thomas Binsack, Dachau
Prof. Berthold Possemeyer, Freiburg
Ostr Mag Maria Rehm-Wimmer, Vorsitzende des FA Caritas im Vikariat Süd
Eleonore Ramsch, Pfarrkirchen
Hans Winhart, Ökumene- und Liturgie-Beauftragter im Pfarrgemeinderat von St. Laurentius, Ostermünchen
Hanspeter Weiss, Schwäbisch Gmünd
Angelika Plümpe, Berlin
Andrea Hellerbrand, Bad Abbach
Bernhard Ganter, Bad Rappenau
Dr. Jürgen Baurmann, Wuppertal
Hildegard Baurmann, Wuppertal
Gottfried Lilge
, Neuss
Martin Pilgram, Vorsitzender von pax christi im Bistum München und Freising
Egon Herl
Irene Treitinger,
Regensburg
Dr. Angelika Schöne
Bruno Hartmeier
Hermann Fischer
, Münster
Rita Eppelsheimer
OStR. Mag. Elmar Fuchs, Wängle Österreich
Reinhold Stolper
Hannelore Faller
, Freiburg
Christiane Janku
Helmut Kaiser
, Eggstätt
Dr. Wilhelm Albrecht, Freising
Andrea Köser-Schmitz, Langenfeld
Pfarrer Frank Schöpe katholische Kirche Ludwigsburg St. Thomas und Johannes, Ludwigsburg 
Maria Reiter, Frankfurt
Dr. Bernd Fels 
Monika Neuwirth
Josef Jegen

Prof. Dr. Hans Kessler
Hermann Liebing, Bergisch Gladbach
Norbert Jahn, Stud.Dir. i.R. Osnabrück
Prof. Dr. Christian Wilhelm, Leipzig
Silvia Thomas, Mainz

Andreas Klinner, ZDF Redaktion Europa, Mainz                 
Dr. Günter E. Thie, Aachen
Prof. Helmut M. Schäfer, Koblenz                                          
Ingrid und Wolfgang Heiser, ND-Gruppe Pfalz
Dr. Herbert Kaefer, Pfr.i.R
Gisela Porten, Ratingen
Manfred Edlbauer, Puchheim 
Katharina Wagner, Hiltpoltstein
Gerhild Pinkvoß-Müller, Maria 2.0 Berlin             
Hille Schulze Zumhülsen, Münster
Sr. Maria Stadler, Missionarinnen Christi, München  

Uschi Braun, Mainz
Peter Hartl, Journalist Wiesbaden
Micha Heiner-Weber. Maria 2.0 München
Christian Taufenbach, Heidelberg, ND, Altcusaner
Sabrina Landes, München
Sr. Antonia Hippeli, Gruppe Ordensfrauen für Menschenwürde, OFMW
Sr. Hildegard Schreier, Gruppe Ordensfrauen für Menschenwürde, OFMW
Sr. Hilmtrud Wendorff, Gruppe Ordensfrauen für Menschenwürde, OFMW
Sr. Katharina Rohrmann, Gruppe Ordensfrauen für Menschenwürde, OFMW
Sr. Karolina Schweihofer, Gruppe Ordensfrauen für Menschenwürde, OFMW
Sr. Marzella Krieg, Gruppe Ordensfrauen für Menschenwürde, OFMW
Sr. Mechthild Hommel, Gruppe Ordensfrauen für Menschenwürde, OFMW
Sr. Ulla-Mariam Hoffmann, Gruppe Ordensfrauen für Menschenwürde, OFMW
Sr. Veronika Sube,Gruppe Ordensfrauen für Menschenwürde, OFMW
Sr. Renate Drexler, Gruppe Ordensfrauen für Menschenwürde, OFMW
Sr. Elisabeth Bieler, Gruppe Ordensfrauen für Menschenwürde, OFMW
Sr. Philippa Rath, Gruppe Ordensfrauen für Menschenwürde, OFMW
Sr. Sara Thiel, Gruppe Ordensfrauen für Menschenwürde, OFMW
Andreas Nägel
Paul Adrian
, Vallendar
Brigitte Czerny, Neubiberg
Ursula Wingert, Leer
Barbara Maisel, Mitbegründerin von Maria 2.0, Münster
Sr. Susanne Schneider, Ordensfrauen für Menschenwürde, Missionarinnen Christi
Monika Maurer-Feil, Wolfenbüttel

Sr. Elisabeth Biela Interreligiöses und Interkulturelles Begegnungszentrum Begleitung von Geflüchteten, Karlsruhe
Daniela Stephan, Alzenau    
Ursula Bauer, Propsteigemeinde Leipzig
Brigitte Jaschke, Maria 2.0 Hamburg
Jörg Spannig, ND Region München
Katharina.Balle-Doerr, Petersberg, Maria 2.0
Claudia Koll, Maria 2.0 Kierspe
Dr Sylvia Kerbel, Dekanatsratsvorsitzende Wetterau-West Mitglied des Katholikenrates der Diözese Mainz
Sonja Decker, Maria 2.0 Freiburg Weingarten
Eva-Maria Schmitz, Maria 2.0 Hamburg
Birgitta Negel-Täuber, Maria 2.0 in Kierspe

Gudrun und Hartwig Schleuß, Ennepetal
Gudrun Höhr, Diplom-Kaufmann, Düsseldorf
M. Bramer
Prof. FW Seibel Koblenz
Fridolin R. Schmider
Monika Gleixner
, Gemeindereferentin i. R., München
Andrea von Hummel, München
Dr. med. Hilmar  Jobst
Prof. Till Krabbe Freiburg
Willibald Fritz, Waging am See
Albert Remmler,  Rentner, Karlsruhe
Fritz Wallner, Schierling
Uschi Schäfer
Maria-Anna Berg
, Pfarrgemeinderätin in St. Hildegard, München-Pasing
Kurt J. Bucher, em. dipl. Religionspäagoge, CH-Wallisellen
Fabiola Spix
Mathilde Vietze
Regensburg
Dr. Franz Simon, Köln
Hans-Josef Weiß, Wir sind Kirche, Frankenthal
Josef Kyrein Kirchenpfleger von St. Georg Unterbiberg
Rabea Geraldine Kortbuß, kfd-Regionalvorsitzende Taunus, Kronberg
Marita Trautmann, Hackenheim
Paul Puhl
Werner Eichinger,
Lilienthal
Nikolaus Saier, Leiter Wortgottesfeier
Max Himmel, Baiersbronn
Brigitte Karpstein, Sinzig
Peter Riedel Gladbeck
Godehard Maruschke, Studiendirektor i.R., Hassfurt
Jacqueline Hegenbarth Oberursel
Dr. Hans Prestele, Lörrach
Dr. Barbara Prestele-Klinger, Lörrach
Stefan Schori Diakon, München
Alexandra Jahreiß, Kempten
Judith Waldmann
Dorothea Verdcheval
Helmi Stapper
, Münster
Gerd Bienert Reallehrer i.R., Weikersheim
Udo Kehr, Neumünster
Albert Schechter, Pfr.i.R, Diözese Mainz
Tillo Weinmann, Puchheim
Dr. Bernhard Reißenauer, München
Wilhelm Markötter Ahaus
Hans-Peter Karrer, Bad Säckingen
Astrid Ertel Maria 2.0, Hamburg
Wilhelm Heermann, Marburg
Hans-Albert Link, Dipl. Theologe, Dipl. Sozialarbeiter, Hanau
Eva-Maria Kiklas, Wir sind Kirche, Dresden
Regine Lauterbach
Ellen Klosterberg, Gifhorn
Margarete Kohlmann, Maria2.0 Münster und ND

Heinz Kues, Greven, ND Münster
Gregor Nöthen, ND Koblenz
Irene und Bernd Rosenmeier, München
Lothar Lieb, Schwäbisch Gmünd
Brigitte Frodermann, Kiel, Maria 2.0 in Hamburg
Barbara Schuckardt, Maria 2.0
Sigrid Sprock, Essen
Angela Maria Zander, Referentin KZ-Gedenkstätte Dachau

Angelika Milde-Schmidt und Dr. Karl-Josef Schmidt, Frankfurt am Main
Simone Blank
Christiane Horn
, Maria 2.0 Pfarrgruppe Oppenheim, Dexheim
Renate Holmes OStRin Kath. Religionslehre, Dachau
Viola Reinhard, Unterstützerin Maria 2.0 Frankfurt,
Cornelia Dolderer, kfd Freiburg und ND
Adalbert Duhr, Nieder-Olm
Dr. Klaus Kobold, Münster
Barbara Jung, Frankfurt am Main, Maria 2.0 Margareta
Lieselotte Bollin, Frankfurt
Wolfgang Steinmetz, Berufsschulpfarrer i.R., Frankfurt/Main
Monika Humpert, Maria 2.0 Frankfurt
Edith Krauss, Mainz
Monika und Ludger Jans Degener, Senden
Matthias Kues, Hannover
Ruth Prodöhl,  Maria 2.0 Hamburg/St.Sophien
Veronika Brier Vorstand des Pfarrgemeinderates von Hl.Kreuz in Frankfurt Bergen-Enkheim
Gabriele Barth Vorstand des Pfarrgemeinderates von Hl.Kreuz in Frankfurt Bergen-Enkheim

Irmgard Schmid ehem. Pfarrgemeinderätin, München
Max Schmid Ltd. OStDir a.D., München
Rainer Ertl
Matthias Hildebrand
Königswinter
Anne Hartmann, München
Christine und Anton König, KGR, Dekanatrat, Maria 2.0, pro-concilio, Waiblingen
Elisabet Sikora Maria 2.0 Bistum Essen, Kierspe

Sr. Hildegardis Rohrer, Barmherzige Schwester, Innsbruck
Elisabeth Stanggassinger Gemeindereferentin, Pfarrverband München Westend
Peter Leute, PGR, Kath. Kirchengemeinde Wollmatingen-Allensbach, Konstanz/Reichenau
Beatrice Maroldt - von Detten, Troisdorf
Dieter Maroldt, Troisdorf
Josef Wolff, Pfarrer, Jülich
Dr. med. Wolfgang Röckl,Würzburg
Mechtild Kohler-Röckl,Würzburg
Winfried Seifried Frankfurt
Dr. Matthias Rick
Sr. Benedicta Kimmeyer OSU, Ursulinenkloster Dorsten
Olaf Kohlbrecher, Berg
Klaus Mock Fulda
Markus Waite Pastoralreferent im Pastoralen Raum Hammelburg, Bistum Würzburg
Hiltrud und Ferinand Klinger, Aschaffenburg
Karl Bauer, Kapuziner
 Dr. Dietmar Moench
Dr. Wilhelm J. Schumacher Brühl

Prof. em. Dr. Dr. Hans-Georg Ziebertz University of Wuerzburg, Practical Theology - Religious Education

 


 


 

Möglichkeit, sich dem Offenen Brief anzuschließen:

Christian Weisner, Tel. 0172 5184082, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Mehr zu den Aussagen von Kardinal Müller

Ausführliche Link-Zusammenstellung auch auf > theologie-und-kirche.de


NETZWERK FÜR EINE ZUKUNFTSFÄHIGE KATHOLISCHE KIRCHE
ERZBISTUM MÜNCHEN UND FREISING

O F F E N E R    B R I E F                                                                                                              München, 30. Juli 2021

Sehr geehrter Herr Kardinal Marx,

in Ihrem „Wort an die Gläubigen“ sind Sie erneut auf Ihr Rücktrittsgesuch an Papst Franziskus und die Situation der Kirche eingegangen. Das „Netzwerk für eine zukunftsfähige katholische Kirche“ begrüßt Ihre Bereitschaft für ein neues Ja zu Ihrem Auftrag als Bischof des Erzbistums München und Freising sowie Ihr Bekenntnis zu Reform und Erneuerung in und für die Kirche. Wir nehmen Sie beim Wort.

Bei der Übergabe der Petition für die Pastoralberufe am 4. Mai 2021 haben Sie die Vertretungen der in München, aber auch bundesweit tätigen Reformgruppen erneut kennen gelernt. Inzwischen arbeiten diese mit weiteren Organisationen zusammen, die für einen grundsätzlichen Wandel und Paradigmenwechsel in der katholischen Kirche eintreten.

In Ihrem Rücktrittsgesuch an Papst Franziskus schreiben Sie von einem gewissen „toten Punkt“, der aber auch, das ist Ihre österliche Hoffnung, zu einem „Wendepunkt“ werden kann. Diese Hoffnung teilen wir. Verbunden mit der Verantwortung für eine weltweit tief in der Krise steckende katholische Kirche trägt diese Hoffnung alle, die sich als Einzelne, in verschiedensten Bewegungen und Organisationen, in der Pastoral und Wissenschaft z. T. schon seit Jahrzehnten vehement für Reformen einsetzen. Nur so ist vielen Haupt- wie freiwilligen Ehrenamtlichen derzeit überhaupt noch ein Engagement möglich, in dem seit langem beschriebenen „Epochenwandel“ ihre Kompetenzen, ihre Ideen und ihre Konzepte zur Erneuerung der Kirche zu entwickeln und umzusetzen.

Nachdem Sie sich erneut zu Ihrem Auftrag in der Kirchenleitung bekannt haben, möchten wir Sie mit den Worten von Papst Franziskus ermutigen: „Man verlangt von uns eine Reform, die … nicht in Worten besteht, sondern in Verhaltensweisen, die den Mut haben, sich dieser Krise auszusetzen, die Realität anzunehmen, wohin auch immer das führen wird.“

Im Gottesvolk fehlt es nicht an Mut, auch nicht an Visionen, an Spiritualität, an Empathie für den Nächsten, an aufgeklärter Theologie und dem Gewissen verpflichteter Pastoral und Handeln. Jetzt braucht es auch den Mut von Amtsträgern und von allen Beschäftigten in der Kirche, die sich noch viel zu sehr in Abhängigkeiten befinden. Es braucht den Mut der Bischöfe, die nichts zu verlieren haben außer ihrem Amt – das Sie, wie Sie wissen ließen, auch künftig bereit sind, zur Disposition zu stellen. Das ist eine große Freiheit, aus der heraus Sie mit großem Engagement alle Hoffnungen und allen Glauben an eine grundlegende Reform der Kirche wahr machen können.

Noch vor der Sommerpause und in Vorbereitung auf eine „reiche Ernte“ im Herbst (u.a. Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz, zweite Vollversammlung des Synodalen Wegs und die seit langem erwartete Veröffentlichung des neuen Missbrauchsgutachtens für die Erzdiözese München und Freising) richten wir diesen Weckruf an Sie: Wann setzen Sie die konkreten Reformen in Kraft, die wir Ihnen in der Petition am 4. Mai 2021 übergeben haben und wie sie zum Teil schon in anderen Bistümern begonnen werden? Sehr gerne unterstützen wir Sie dabei, dass unser Erzbistum in offener Kommunikation mit allen Gremien und Engagierten zum „Reformbistum München-Freising“ wird bei der Entwicklung von zukunftsfähigen Modellen mit Führungsqualität und Selbstverantwortung. Dies haben wir zuletzt in drei  Treffen am 12., 22. und 27. Juli besprochen und geben Ihnen dazu unser Wort.

Stellvertretend für das Netzwerk für eine zukunftsfähige kath. Kirche im Erzbistum München und Freising:

Maria und Rudolph Berg

Dr. Edgar Büttner

Willi Kuper

Ulrike Leininger

Franziska Müller‐Härlin

Katrin Richthofer

Sr. Susanne Schneider MC

Hiltrud Schönheit

Renate Spannig

Christian Taufenbach

Paul‐G. Ulbrich

Christian Weisner



Druckversion des offenen Briefes


Predigt von Elisabeth Stanggassinger, seit 30 Jahren Gemeindereferentin,  beim Frauengottesdienst am 22.07.2021 in St. Michael in München zu Maria Magdalena

Liebe Frauen und Männer hier in dieser Kirche,

wer ist, wer war Maria von Magdala? Das gnostische Pilippposevangelium schildert sie als eine Frau, die Jesus so nah war, dass die übrigen Jünger Jesus eifersüchtig fragen: „Weshalb liebst du sie mehr als uns alle?“. Dort wird sie sogar als Gefährtin Jesu bezeichnet, was vom Wortsinn her durchaus als Lebensgefährtin übersetzt werden kann. In der Schrift Pistis Sophia, die im zweiten und dritten Jahrhundert nach Christus entstanden ist, dominiert Maria Magdalena die ersten beiden Kapitel. 39 der 46 an Jesus gerichteten Fragen stellt sie. Es heißt in dieser Schrift, dass Petrus so verärgert darüber war, dass er Jesus sagt: „Mein Herr, wir werden diese Frau nicht ertragen können, da sie uns die Gelegenheit nimmt … “ Woraufhin Jesus, fast wie ein nachsichtiger Vater, zu Petrus sagt, dass jemand, der inspiriert ist, nicht zögern darf, zu sprechen.

Und im „Evangelium nach Maria“ (es ist anzunehmen, dass Maria von Magdala gemeint ist) ebenso wie in der Pistis Sophia wird Maria Magdalena als eine Frau geschildert, die die Gruppe der Jünger nach Tod und Auferstehung Jesu erst einmal wieder zusammenholen muss, damit sie ihrem Sendungsauftrag nachgehen. Nach der Szene, die wir gerade im Evangelium gehört haben, schildert ein koptischer Psalm, wie Maria Magdalena von Jesus ausgesandt wird, um die Elf, „diese wandernden Waisen“, zu finden und sie vom Ufer des Jordan zurück zu bringen. „Sag ihnen“ befiehlt Jesus in diesem Psalm der Maria Magdalena, „stehet auf, lasset uns gehen, es ist euer Bruder, der euch ruft. Wenn sie meine Bruderschaft verschmähen, sag ihnen: Es ist euer Meister. Wenn sie meine Meisterschaft missachten, sag ihnen: Es ist euer Herr. Setz all dein Geschick und all deinen Rat ein, bis du die Schafe zum Hirten gebracht hast.“

Die gnostischen Evangelien wurden zwischen dem späten 1. und 4. Jahrhundert verfasst und zwar als eine Art Gegenbewegung zu einer wachsenden Institutionalisierung innerhalb der Kirche. Das ist natürlich mit Vorsicht zu genießen: Man darf jetzt nicht meinen, die gnostische Richtung wäre für die Kirche das Richtige gewesen; denn auch da war letztendlich absolut kein besseres Frauenbild … von den skurrilen Geschichten in manchen dieser Texte ganz zu schweigen! – Das nur am Rande.

Jedenfalls: Am Ende des 2. Jahrhunderts ist die von Jesus aufgebrochene unheilige Ordnung wieder hergestellt: Da schreibt der Kirchenvater Tertullian: „Es ist einer Frau nicht gestattet, in der Kirche zu sprechen, noch ist es ihr erlaubt, zu lehren, noch gar zu taufen oder die Eucharistie darzubringen, noch für sich Anspruch auf irgendwelche männlichen Funktionen – am wenigsten auf das priesterliche Amt – zu erheben.“

Unter den Gnostikern gab es zur gleichen Zeit keine derartige Hierarchie. Alle – ob Mann, ob Frau, konnten als Bischöf*innen, Priester*innen oder Prophet*innen fungieren. Der verblüffte Tertullian schreibt nach einem Besuch in einer gnostischen Gemeinde, dass Frauen dort lehren, „an Diskussionen teilnehmen“, Teufel austreiben, heilen und möglicherweise sogar die Taufe vollziehen. Darüber ist er ganz entsetzt. Und er kritisiert diese Frauen wegen ihres Mangels an Bescheidenheit und ihrer Kühnheit bei der Erfüllung dieser Aufgaben.

Wir wissen alle, wie es ausging. Hippolytus von Rom versah Maria Magdalena zwar noch mit großartigen Titeln: Apostolin der Apostel, „die neue Eva“ … aber nur noch, um die Gemüter zu beruhigen und die zurückgesetzten Frauen bei der Stange zu halten.

Am Anfang des dritten Jahrhunderts also war die Botschaft Jesu in ihrer Grundaussage konterkariert und verbogen. Anders kann man es nicht sagen. Und seitdem müht sich die Kirche, eine Botschaft zu verkünden, die aber niemand mehr in seiner tiefsten Bedeutung begreifen kann, weil es seitdem in der Kirche keinen wirklichen Umgang auf Augenhöhe mehr gab, weder zwischen den Geschlechtern noch im Machtgefüge. –

Dabei ist das der Boden, auf dem die Botschaft Jesu steht: Du bist Mensch. Und wir sind Geschwister. „Tut einander, wie ich euch getan habe!“ Jesus Christus hat sich immer als Bruder verstanden, auf gleicher Ebene. Und so frage ich mich manchmal: Was waren das eigentlich für 7 Dämonen, die Jesus der Maria von Magdala ausgetrieben hat?

Man hat sie im Laufe der Kirchengeschichte mit den sieben Todsünden gleichgesetzt – nachdem man Maria von Magdala zur reuigen Sünderin hochstilisiert hatte - doch nirgends im Neuen Testament wird Besessenheit von Dämonen als eine Sünde bezeichnet. Es waren sexualisierte Männerphantasien, die die 7 Dämonen in diese Richtung interpretiert haben.

Aber vielleicht war das ganz anders, vielleicht waren es die 7 Frauendämonen, die Jesus der Maria von Magdala ausgetrieben hat:

  • Ich bin minderwertig
  • Ich muss schauen, dass es allen gut geht
  • Ich muss mich ganz hintenanstellen
  • Ich muss bescheiden sein
  • Ich muss für alles sorgen
  • Ich muss mich beugen
  • Ich muss fragen, was ich darf und was nicht

Diese sieben Dämonen, so mag ich mir vorstellen, sind aus Maria von Magdala ausgefahren, einfach nur, weil Jesus Frauen ebenso ernst nahm, wie Männer: Eine Apostolin war geboren. Eine Verkünderin, die mit großer Wahrscheinlichkeit dafür gesorgt hat, dass die anderen Apostel überhaupt erst einmal begriffen haben, was hier eigentlich geschehen ist und was ihre Aufgabe ist.

Und diese 7 Dämonen müssen heute wieder ausgetrieben werden. Denn erst dann, wenn Frauen und Männer alles gleichermaßen tun, was es in dieser Kirche zu tun gibt, erst dann ist diese Kirche wieder – vielleicht sogar zum ersten Mal – wirklich die Kirche Jesu Christi. Solange es aber die Hierarchie, diese unheilige Ordnung, in der Kirche gibt, ist diese Kirche nicht jesuanisch und auch nicht christlich, ja nicht einmal menschlich.

Und deshalb, um der Liebe Christi willen, dürfen wir nicht aufhören, dieses zu sagen und einzufordern: Gott beruft Männer und Frauen gleichermaßen zu allem. Immer schon. Und es ist die größte Sünde der Kirche, dass sie Gottes Berufungen, wenn es sich um Frauen handelt, ablehnt.

Aus Maria von Magdala wurde die große Sünderin und Büßerin gemacht, damit niemand mehr ihre eigentliche Bedeutung erkennt, ja ihre eigentliche Berufung, die sie voll und ganz gelebt hat an der Seite Jesu und auch in der jungen Kirche. Sie wurde eingeordnet in das, was Mann damals als ihre Rolle definiert hat. Und das ist bis heute so geblieben. Hochgelobt, aber nicht ernst genommen. Wie die Frauen in der Enzyklika Mulieris Dignitatem – hochgelobt aber nicht ernst genommen!

Das muss sich ändern. Und zwar nicht in erster Linie, weil es für uns Frauen wichtig wäre. Sondern es muss sich ändern, damit die Kirche endlich voll und ganz Kirche Jesu Christi wird.

Eine Kirche, in der alle, wirklich alle, auf einer Ebene sind, egal, welchen Dienst sie gerade versehen, eine Kirche, die sich berühren lässt vom Leid aller; derer, denen sie innerhalb ihrer selbst unsägliches Leid zugefügt hat und derer, die nie zu ihr gekommen sind, weil Jesus in ihr so wenig spürbar war und ist.

Längst ist sie da, die Zeit der fundamentalen Umkehr. Es liegt an uns, ob diese Kirche eine Kirche Jesu Christi wird.


 

 

update kirche grafik

Wo bist du - Gott ? - Workshop online



In der aktuellen großen Glaubwürdigkeitskrise der katholischen Kirche stellen sich immer mehr Menschen grundsätzliche Fragen. Zentral dabei: woran sie eigentlich glauben, wie sie für sich Gott erfahren, wie sie diese Erfahrungen ausdrücken und wie man diese Erfahrungen mit anderen teilen kann.

Im Rahmen der Reihe "Update katholische Kirche" laden die Münchener Reformgruppen Gemeindeinitiative, Maria 2.0, Münchner Kreis und Wir sind Kirche, München ein zu einem Online Workshop WO BIST DU - GOTT ? am Donnerstag 24.06.2021 um 19.30 Uhr bis ca. 21.00 Uhr.

Der Zugang ist möglich ab 19.20 Uhr unter dem Link:
https://zoom.us/j/92638974661?pwd=NEs3NFFsdjJtbFVmdU84emo1OEJRUT09

Meeting-ID: 926 3897 4661   Kenncode: 105256

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

Plakate zum Download:

Handzettel A5
Plakat A4
Plakat A3


 

Die Doppelmoral der katholischen Kirche


Stur hält die Amtskirche an ihrer Lehre fest und will gleichgeschlechtlichen Paaren den Segen verweigern. Wäre sie nur genauso konsequent, wenn es um die Taten geweihter Missbrauchstäter geht.

Regenbögen färben in diesen Tagen vielerorts die Kirchen - sie hängen an Türmen, Altären, Emporen, sie schmücken Priestergewänder und die Hälse von katholischen Gläubigen. Segnungen homosexueller Paare gab es schon - in einzelnen Gemeinden, Hauskapellen. Neu ist aber, dass die Segnungen dieser Tage, rund um den 10. Mai, öffentlich geschehen, nicht mehr im Verborgenen. Raus aus den Hinterzimmern, rein in die Kirchenschiffe haben die Organisatoren der Aktion #liebegewinnt ausgegeben.

Lesen sie den Kommentar von Annette Zoch in der Süddeutschen Zeitung




Segnungen als Zeichen des Protests

Stand: 10.05.2021 09:18 Uhr

In vielen katholischen Gemeinden werden derzeit gleichgeschlechtliche Paare gesegnet. Das ist nur auf den ersten Blick ein privates Ereignis. Denn damit widersetzen sich die Geistlichen dem Vatikan.

Von Sandra Biegger, SWR

"Menschen, die sich lieben, nicht zu segnen, ist eine Frechheit. Und es ist verletzend", sagt Carsten Leinhäuser. Der 42-Jährige ist katholischer Pfarrer im rheinland-pfälzischen Winnweiler - Und einer der Initiatoren der bundesweiten Aktion "#liebegewinnt".

Unter diesem Motto segnen katholische Geistliche, Seelsorgerinnen und Seelsorger bundesweit Paare - und zwar unabhängig davon, ob sie in einer hetero- oder einer homosexuellen Beziehung leben. Die Segensfeiern finden online, aber auch in katholischen Gemeinden statt.

Schluss mit dem Segen durch die Hintertür

Für Katholiken ist eine Segnung zum einen ein Lobpreis Gottes - und zum anderen die Bitte um Schutz. Geistliche segnen nicht nur Menschen, sondern unter anderem auch Tiere, Motorräder, Felder, Aufzüge oder Klohäuschen. Schwulen und lesbischen Paaren hingegen verweigert die römische Glaubenskongregation den Segen - zumindest offiziell.

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