Dass die Kirche vor Ort bleiben muss –

„diese Erkenntnis des Erzbischofs kommt spät, aber immerhin“, ist die erste Reaktion von Magnus Lux aus Schonungen (Lkr. Schweinfurt), einer der Bundessprecher der katholischen Reformbewegung „Wir sind Kirche“. In Würzburg wäre sie vor mindestens 15 Jahren notwendig gewesen, „als die Pfarrbeauftragten abserviert wurden“, so Lux.

Das ganze Gespräch von Christine Jeske mit Magnus Lux von "Wir sind KIrche" lesen sie hier in der Mainpost


 

Pressemitteilung München, 23. März 2017

Ergebnisvorstellung der Frauenumfrage Münchner Reformgruppen
mit Prof. Dr. Sabine Bieberstein am 30. März 2017
um 19:30 Uhr in München

„Frauenfrage ?? Frauen fragen !!“: unter diesem Thema stellen die Münchner Reformgruppen die Ergebnisse der von ihnen im November 2016 durchgeführten Umfrage zur Frauen-Gerechtigkeit in der katholischen Kirche vor. Sabine Bieberstein, Professorin für Biblische Exegese des Neuen Testaments und biblische Didaktik an der katholischen Universität Eichstätt, wird dazu in ihrem Impuls-Referat die Situation von Frauen in der frühen Kirche beleuchten. Zu dieser Veranstaltung am Donnerstag, 30. März 2017 um 19:30 Uhr laden die Münchner Gemeindeinitiative.org, der Münchner Kreis von pastoralen Mitarbeiter/innen der Erzdiözese sowie die KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche alle Interessierten herzlich ein. Veranstaltungsort ist das Hansa-Haus in München, Brienner Str. 39 (Saal im Rückgebäude), Station „Königsplatz“, ganz in der Nähe des Hbf.

Im November 2016 wurden in einer Umfrage römisch-katholische Frauen nach ihren positiven und negativen Erfahrungen mit ihrer Kirche befragt. Angefragt waren aber auch Frauen, die sich von ihrer Kirche verabschiedet haben. Die Umfrage wurde durchgeführt von der Gemeindeinitiative.org München in Zusammenarbeit mit dem Münchner Kreis und der Diözesangruppe der Kirchenvolksbewegung Wir sind Kirche. Die Fragen konnten online im Internet oder per Post beantwortet werden.

Die Umfrage erbrachte beeindruckende Zeugnisse aus konkreten Lebenserfahrungen, wobei mengenmäßig die negativen Erfahrungen überwiegen. Und doch wird ebenso deutlich, dass diese große Kirchengemeinschaft mit vielen positiven Erlebnissen die Befragten in ihrem Leben sehr geprägt hat.

Professorin Sabine Bieberstein von der katholischen Universität Eichstätt wird zu Beginn die Situation von Frauen in der frühen Kirche beleuchten. Spannend wird dabei sein, welche Anregungen und Perspektiven auf dieser biblischen Basis sich für die heutige schwierige Kirchensituation entdecken lassen. Es wird auch die Gelegenheit zum Gespräch geben.

Die Münchner Reformgruppen bringen damit die Stimmen der Frauen in den innerkirchlichen Diskurs ein, um endlich die notwendige Gleichberechtigung von Frauen in der römisch-katholischen Kirche zu erreichen, ein Kernpunkt kirchlicher Glaubwürdigkeit heute.

Pressekontakte

Gemeindeinitiative.org:
Elisabeth Stanggassinger, Tel. 089/50 03 46-14, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Paul-G. Ulbrich, Tel. 0157 88455612, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Willi Genal, Tel. 0151 15004893, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Münchner Kreis:
Marion Ringler, Tel. 0157 30788323, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Stefan Schori, Tel. 089 82920677, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Wir sind Kirche:
Franziska Müller-Härlin, Tel. 089 564827, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Christian Weisner, Tel. 0172 5184082 , E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


 

Laien sollen den Pfarrern das Management abnehmen. Reicht das?

In den katholischen Gotteshäusern brennt rund um die Uhr ein sogenanntes ewiges Licht. Es leuchtet rot, ist in der Nähe des Tabernakels angebracht oder hängt dort in einer Ampel von der Decke. Es soll die Präsenz des Heiligen anzeigen. In sehr vielen Kirchen könnte man das Licht mittlerweile als Notsignal vor die Tür hängen - um so anzuzeigen, dass diese Kirche keinen Pfarrer mehr hat.

den ganzen Kommentar von Heribert Prantl lesen sie hier in der Süddeutschen Zeitung

Kehrtwende bei der katholischen Kirche:

Das Erzbistum München und Freising löst sich von dem umstrittenen Grundsatz, dass an der Spitze einer Pfarrgemeinde oder eines Pfarrverbands immer ein geweihter Priester stehen muss. Wie die Kirche am Donnerstag mitteilte, sollen mehrere Pfarreien in den drei Seelsorgsregionen demnächst in Pilotprojekten neue Leitungsmodelle erproben. Dabei soll jeweils ein Team aus haupt- und ehrenamtlichen Laien die Führung in ihren Pfarreien übernehmen.

den ganzen Bericht von Jakob Wetzel lesen sie hier in der Süddeutschen Zeitung


 

KirchenVolksKonferenz in Würzburg

Im Burkardushaus am Bruderhof in Würzburg fand ab Freitag, 10. März, die „KirchenVolksKonferenz“ von „Wir sind Kirche“ und weiteren katholischen Reformgruppen (u.a. Gemeindeinitiative.org) statt.

„Leitwort“ des Treffens lautet „Gemeinde geht nur mit den Menschen“

Zum zweiten Mal tagte die katholische Reformbewegung „Wir sind Kirche“ in Würzburg. Das erste Mal mussten sich die Teilnehmer vor Jahren allerdings weit außerhalb der Stadtmitte im Jugendgästehaus auf dem Heuchelhof treffen. Dieses Mal scheinen die kritischen Katholiken dort angekommen zu sein, wo sie schon immer hinwollten.

Den ganzen Bericht lesen sie hier in der Mainpost


 

Verheiratete Männer als Priester?

Darüber sollte man reden, sagt Papst Franziskus. Den Priestermangel in der katholischen Kirche dürfte auch das nicht lösen.


Seit 30 Jahren wird debattiert,

ob die Anforderungen an den Priesterberuf noch zeitgemäß sind. Mit einer Antwort sollte sich die Kirche nicht mehr zu lange Zeit lassen - die Zahl der Anwärter sinkt.


Papst Franziskus spricht sich gegen freiwilligen Zölibat aus.

Dennoch überlegt er, erfahrene, verheiratete Männer in Ausnahmefällen zu Priestern zu weihen.

Den ganzen Artikel von Matthias Drobinski lesen sie hier in der Süddeutschen Zeitung


 

Theologen im Kirchendienst haben neben einigen Einschränkungen wie dem Zölibat eigentlich ein schönes Leben:

Anständige Bezahlung, man hat ständig mit Menschen zu tun. Aber man muss brennen für die Sache, die man da vertritt. Und das tut kaum noch jemand.


Papst Franziskus geißelt den sexuellen Missbrauch in der Kirche

Dazu gehört auch, dass er sich offen mit den Opfern von Missbrauch solidarisiert.

Er war neun Jahre alt, Ministrant in Fribourg in der Schweiz, und eines Tages war da Pater Joël, der lud ihn zu sich nach Hause ein. Mutter und Großmutter waren stolz, dass ein Priester sich um den Bub kümmerte. Daniel Pittet aber ging "vier Jahre durch die Hölle", wie er sagt. Regelmäßig verging sich der Pater an ihm. Pittet ist heute ein gestandener Mann, Familienvater, engagierter Katholik. Das Martyrium aber bleibe, zeige sich in "unsäglichen Angstzuständen", erzählt er der Zeitung Blick. Nun hat Pittet seine Geschichte aufgeschrieben, mit drastischen Schilderungen des Erlebten, mit allem Zorn auf den Vergewaltiger. Es ist nicht das erste Buch über sexuelle Gewalt durch katholische Priester. Es ist aber das erste, zu dem ein Papst ein Vorwort geschrieben hat.

 den ganzen Artikel von Matthias Drobinski lesen sie hier in der Süddeutschen Zeitung


 

Wie Vertreter der katholischen Kirche im Landkreis Dachau die Entscheidung der Bischofskonferenz zur Kommunion für Geschiedene beurteilen

Die Entscheidung der Deutschen Bischofskonferenz, Kommunion auch nach der Scheidung zuzulassen, wird in der katholischen Kirche des Landkreises begrüßt. Der in Dachau lebende Pressesprecher der Reformbewegung "Wir sind Kirche", Christian Weisner, Pfarrer Josef Mayer, geistlicher Direktor der katholischen Landvolkshochschule Petersberg, oder auch Regine Hauzenberger, Pastoralreferentin des katholischen Pfarrverbandes Jetzendorf-Steinkirchen, sind sich einig: Die Betroffenen könnten jetzt hoffen, wieder in die Glaubensgemeinschaft eingebunden zu werden. Die Kirche gewinne bei den Familien entscheidend an Glaubwürdigkeit.

den ganzen Bericht von von Jochen Schumann lesen sie hier in der Süddeutschen Zeitung

Bischöfe öffnen Kommunion für wiederverheiratete Geschieden

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Bonn (dpa) - Katholiken in Deutschland sind nach einer Scheidung und erneuten Heirat nicht mehr grundsätzlich von der Kommunion ausgeschlossen. Dies hat die Deutsche Bischofskonferenz entschieden. Sie zog damit die Konsequenz aus dem päpstlichen Schreiben über Familie und Liebe, "Amoris Laetitia", vom vergangenen Frühjahr. Bisher dürfen Geschiedene nach einer neuen Heirat nicht zur Kommunion gehen, weil sie laut katholischer Lehre in schwerer Sünde leben.


Die deutsche Bischofskonferenz schreibt dazu

  • Die katholischen Bischöfe in Deutschland haben verkündet, dass geschiedene Gläubige nicht mehr grundsätzlich von der Kommunion ausgeschlossen sind.
  • Das entsprechende Dokument ist ohne Rücksprache mit dem Vatikan veröffentlicht worden und wird noch deutlicher als der Papst.
  • Eine automatische Zulassung zu den Sakramenten können Wiederverheiratete daraus aber nicht ableiten.

den ganzen Artikel dazu lesen sie in der Süddeutschen Zeitung


Weiterentwicklung der Ehe- und Familienpastoral im Sinne von Papst Franziskus

Erste Einschätzung von Wir sind Kirche zum Wort der Deutschen Bischofskonferenz „Die Freude der Liebe“ zur erneuerten Ehe- und Familienpastoral

Die Pressemitteilung von Wir sind Kirche vom 1. Februar 2017 finden sie hier auf den Seiten von Wir sind Kirche


 

"Wir wollen mehr als den Zölibat infrage stellen"

Elf Priester verlangen in einem offenen Brief tiefgreifende Reformen. Einer von ihnen ist der Kölner Pfarrer Franz Decker. Ein Gespräch über leere Kirchen und einsame Männer.

Interview von Felicitas Kock

Eine Gruppe katholischer Priester aus dem Rheinland hat in einem offenen Brief ihren Unmut über die Entwicklung der Kirche zum Ausdruck gebracht. Die Männer, die sich seit ihrer Weihe vor 50 Jahren regelmäßig treffen, fordern eine Öffnung des Priesteramtes für Frauen, sie wollen ein gemeinsames Abendmahl von Protestanten und Katholiken - und stellen den Zölibat infrage. Auch Franz Decker war an der Entstehung des Briefs beteiligt. Er war 24 Jahre lang Gemeindepfarrer, hat elf Jahre den Kölner Caritasverband geleitet und ist jetzt im Ruhestand.

Das ganze Interview lesen sie in der Süddeutschen Zeitung


 

Sieben Wegweiser in die Zukunft

Dienstag, 10. Januar 2017

Der Brief der Priester des Weihejahrgangs 1967 im Wortlaut

Mit einem offenen Brief zum Zustand der Kirche und des Priesterberufs in Deutschland haben sich elf Priester des Kölner Weihejahrganges 1967 an Klerus und Öffentlichkeit gewandt. domradio.de dokumentiert den Brief und die Reformvorschläge der Priester im Wortlaut.

Im Aufwind des II. Vatikanischen Konzils haben wir ab 1961 Theologie studiert. Seit dem Verlassen des Priesterseminars im Jahr 1967 trafen wir uns in der Regel monatlich, haben Exerzitien, Weiterbildungen und Reisen gemeinsam erlebt. Am 27. Januar 2017, genau 50 Jahre nach dem Tag, an dem die meisten von uns von Josef Kardinal Frings im Kölner Dom zu Priestern geweiht wurden, wollen wir in der Düsseldorfer Maxkirche, wo wir 1966 zu Diakonen geweiht wurden, unsere Dankmesse feiern.

  • Als wir uns zum Theologiestudium entschlossen, hatte Papst Johannes XXIII die Fenster der Kirche überraschend geöffnet. Die Welt staunte und wir fühlten uns bei der Avantgarde einer sich erneuernden Christenheit. Leider nahmen später bei Kirchenmännern in Rom und auch im Kölner Bistum die Ängste zu. Eine Art von Bunkermentalität sollte den Glauben sichern. Und wer hat da gerufen: Fürchtet euch nicht?

  • Trotzdem hat sich unsere Kirche entwickelt. Durch vorauseilenden Gehorsam in den Gemeinden ist heute manches selbstverständlich geworden und kirchenamtlich geduldet oder sogar anerkannt, was wir damals nach Kräften unterstützt und befördert haben. Mit der Zeit wurde jedoch sichtbar, dass die liturgischen Reformen nicht zusammengingen mit einer neuen und gründlichen Auseinandersetzung mit der Bibel. Wir mussten lernen, mit manchen Enttäuschungen unseren Weg zu gehen. Dabei gaben uns die Gemeinden am Ort oft die Kraft, den Mut nicht zu verlieren.

  • Uns bedrückt, dass die Frage nach Gott bei vielen Menschen hierzulande kein Thema mehr ist. Zudem stellen wir fest, dass die neueren Erkenntnisse über die Bibel und über die Geschichtlichkeit unserer Kirche nicht zum Allgemeingut im Glauben der Christen geworden sind. Eine neue Begeisterung für das Evangelium, die Papst Franziskus mit dem biblischen Leitwort Barmherzigkeit initiieren will, scheint bisher nur wenige zu packen. Das kann resigniert und müde machen.

  • Es tut uns besonders weh, dass außerhalb der "Erstkommunion-Saison" kaum noch Kinder und junge Familien zum Gottesdienst kommen, und viele Jugendliche und Erwachsene, wenn überhaupt noch, nur punktuell am Leben unserer Gemeinden teilnehmen, nachdem wir uns gerade für junge Familien jahrzehntelang engagiert haben.

  • In unserer Gesellschaft, in Kultur, Politik und Wirtschaft merken wir zu wenig und lassen als Christen und als Kirche zu wenig merken von der Kraft, die von Jesus Christus ausgehen könnte. Viele Christen schweigen, anstatt offen und klar für ihren Glauben einzutreten.

  • Angesichts der wachsenden Zahl der Muslime in Deutschland müssen wir unser christliches Gesicht zeigen und uns stärken für den Dialog. Vor allem ist der geistliche Dialog gefordert, damit der Geist der Bibel dem Geist des Koran begegnet und hier Wort und Widerwort findet zur Klärung und Annäherung.

Aber die gegenwärtige Krise im Glaubensleben der Kirchen birgt auch Chancen! Wenn wir uns nicht "von der Hoffnung abbringen lassen, die uns das Evangelium schenkt" (vgl. Kol 1,23), denken wir konkret an sieben Wegweiser in die Zukunft:

  • Wir brauchen eine Sprache, die heute bei der Verkündigung der biblischen Botschaft wieder aufhorchen lässt. Die Sprache der Bibel muss mit unseren Erfahrungen und mit unseren Sprachbildern deutlicher in Zusammenhang gebracht werden. Es gilt, mit ihr und ihren Bildern neu und aktuell in Dialog zu treten.

  • Uns ist wichtig, die Kirchenleitungen zu ermutigen, die Geistesgaben von Männern und Frauen walten zu lassen und nicht durch Kirchengesetze in Schranken zu halten: Männer und Frauen sind darin zu bestärken, ihre Begabungen allen zugute kommen zu lassen.

  • Wir brauchen dringend mutige Vorstöße in der Zulassungsfrage zu den Weiheämtern. Es hat für uns keinen Sinn, den Hl. Geist ständig um Berufungen zu bitten und gleichzeitig alle Frauen von diesen Ämtern auszuschließen.

  • Wir brauchen Furchtlosigkeit und Vertrauen darauf, dass der Herr hoch über unseren konfessionellen Querelen steht. Die Teilnahme an Eucharistie und Abendmahl steht in der Verantwortung der getauften Christenmenschen.

  • Wir brauchen jetzt ein Umdenken in der Pastoralplanung. Das bisherige System haben die Kirchenleitungen vor unseren Augen zusammenbrechen lassen. Großpfarreien sind in jeder Hinsicht eine Zumutung: Die zunehmende Anonymisierung und Vereinzelung in der Gesellschaft werden dann auch kirchlich noch gefördert, anstatt dem entgegen zu wirken. Kirche muss vor Ort zu finden und zu sprechen sein. Die Leitung der Gemeinde gehört nicht in eine ferne Zentrale, sondern dahin, „wo der Kirchturm steht und die Glocken läuten“. Es ist hingegen sinnvoll, dass es auch ortsübergreifende Beziehungsnetze gibt wie Caritas, Jugendgemeinschaften oder Kirchenmusik.

  • Es braucht einen Raum für Erfahrungsgemeinschaften des Glaubens im kleinen und im großen, nämlich die Kirche mit Gemeindezentrum. Das Gemeindesterben ist dann durchaus nicht vorprogrammiert, wenn Kirchenmenschen vor Ort sind und dort auch leben. Von Überlegungen und Projekten z.B. in Österreich und Frankreich können wir lernen.

  • Schließlich bewegt uns die Erfahrung von Einsamkeit: Als alternde Ehelose bekommen wir sie – von Amts wegen damals auferlegt – jetzt nach 50 Dienstjahren manchmal deutlich zu spüren. Der Zölibat, verbunden mit dem Leben einer Klostergemeinschaft, vermag große Kräfte freizusetzen; verbunden mit dem "Modell alleinstehender Mann", führt er immer wieder zu fruchtloser Vereinsamung oder/und hilfloser Arbeitshetze. Eine spirituelle Quelle in der Seelsorge setzt er selten frei. Nicht von ungefähr haben viele von uns diese klerikale Lebensform um des Berufes willen angenommen, aber nicht gewählt. Selbst der Bibel fehlen die Worte für das einschlägige Kirchengesetz. Einen Anlass zum Nachdenken bietet ein Bibelzitat, das Antrieb gibt für eine lebensspendende und gemeinschaftsfördernde Novellierung: „Der Bischof soll ein Mann ohne Tadel sein, nur einmal verheiratet, . . .“ ( 1 Tim 3,2 ).

Die Unterzeichner: Wolfgang Bretschneider, Hans Otto Bussalb, Gerhard Dane, Franz Decker, Günter Fessler, Willi Hoffsümmer, Winfried Jansen, Fritz Reinery, Josef Ring, Josef Rottländer, Heinz Schmidt; zu diesem Kreis zählen sich auch: Klaus Kümhoff, Erhard März, Horst Pehl, Josef Rosche


 

Überarbeitete Richtlinien des Vatikans zur Priesterausbildung und kritische Reaktionen dazu

Das Geschenk der Berufung zum Priestertum

Weitere Informationen, kritische Stellungnahmen und Pressemitteilungen hat die Kirchenvolksbewegung Wir sind Kirche zusammengestellt.


 

Münchner Reformgruppen gratulieren Bischofsvikar Rupert Graf zu Stolberg zur Bischofsweihe und mahnen mutige Schritte angesichts des Reformüberhangs an

Die Münchner Reformgruppen Gemeindeinitiative.org, Münchner Kreis und die Kirchenvolksbewegung Wir sind Kirche beglückwünschen den Bischofsvikar für die Seelsorgeregion München, Rupert Graf zu Stolberg, zu seiner Bischofsweihe am 10. Dezember 2016.

Von ihm und seinen Mitbrüdern im Bischofsamt erwarten die Menschen eine große Aufgeschlossenheit und Hörbereitschaft, sich auf die Anliegen und Nöte der Gegenwart einzulassen. Die Reformgruppen heben vor allem die vielfältigen guten Ansätze im Umgang mit Geflüchteten hervor. Als Bischofsvikar der Seelsorgeregion München sei Stolberg darüber hinaus nahe an den Menschen und dem, was sie bewegt.

Dennoch dürfe nicht übersehen werden, heißt es in dem Glückwunschschreiben an den neuen Weihbischof, dass die Kirchen nicht mehr die selbstverständliche Akzeptanz erfahren wie in früheren Zeiten und dass viele Menschen die Kirchen verlassen. Das erfordere auf allen kirchlichen Ebenen eine selbstkritische Analyse und Ursachenforschung ohne Scheuklappen.

Auf der Linie des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-65), so die Reformgruppen, sind alle Kirchenmitglieder zu einem intensiven und ergebnisoffenen Diskurs darüber herausgefordert, was heute die notwendigen Konsequenzen aus den „Zeichen der Zeit“, ein Begriff des Reformkonzils, sind. Nicht das Verharren auf Traditionen, die immer weniger Menschen ansprechen, ist gefragt, sondern der Mut zu kreativen Neuaufbrüchen und auch Experimenten. Die Aufforderung von Papst Franziskus gegenüber Bischof Erwin Kräutler „Machen Sie mir mutige Vorschläge!“ gilt für alle Bischöfe. Dies betrifft auch die Frage gemeindenaher kirchlicher Strukturen, die nicht wegen des Priestermangels auf Grund des Pflichtzölibats weiter aufs Spiel gesetzt werden dürfen

Die Münchner Reformgruppen wünschen dem neuen Münchner Weihbischof zusammen mit allen Verantwortlichen in der Kirche den Geist des Wagemuts, den es in der Antwort auf existentielle Glaubensfragen, in der Pastoral und in innerkirchlichen Fragen wie besonders im Bereich der Ökumene und des interreligiösen Dialogs dringend braucht.



Pressekontakte

Gemeindeinitiative.org:
Paul-G. Ulbrich, Tel. 0157 88455612, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Willi Genal, Tel. 0151 15004893, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Münchner Kreis:
Marion Ringler, Tel. 0157 30788323, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Stefan Schori, Tel. 089 82920677, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Wir sind Kirche:
Franziska Müller-Härlin, Tel. 089 564827, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Christian Weisner, Tel. 0172 5184082 , E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


 

  Radio-Interviews der Münchner Medien zur Frauenumfrage
sound   hier zum Nachhören


Frauenumfrage 2016

Umfrage zu Erfahrungen von
römisch-katholischen Frauen mit und in der Kirche

vom 01. bis 30. November 2016

durchgeführt von Gemeindeinitiative.org in
Kooperation mit Münchner Kreis und
Kirchenvolksbewegung Wir sind Kirche

 

Liebe Frauen,

die Gemeindeinitiative.org in Kooperation mit Münchner Kreis und Wir sind Kirche plant ein Projekt, welches Ihre Erfahrungen als Frauen in und mit der römisch-katholischen Kirche als Grundlage benötigt.

Deshalb bitten wir Sie heute, uns Ihre Erfahrungen zu schreiben

  • solche, die Sie als gut, also förderlich, offen, wertschätzend … erlebt haben/erleben, wo Sie sich gehört und ernst genommen gefühlt haben/fühlen
  • aber ebenso Erlebnisse, die Sie als verletzend oder gar demütigend erfahren haben.
    Manche Verwundungen liegen in den Strukturen der Kirche. Andere im ganz persönlichen Bereich.

Was geschieht mit Ihren Erfahrungen?

Wir werden Ihre Erfahrungen auswerten und so anonymisieren, dass keine Rückschlüsse auf Einzelpersonen oder –situationen möglich sind.

Das Ergebnis geht an Frau Prof. Dr. Bieberstein, Dozentin für Exegese des Neuen Testaments und biblische Didaktik in Eichstätt.

Sie wird die gesammelten Erfahrungen im Licht der frühkirchlichen Situation betrachten und daraus Impulse für heute entwickeln.

Am Donnerstag, 30.03.2017 um 19.30 Uhr wird Frau Prof. Dr. Bieberstein dann hier in München im Hansahaus, Brienner Str. 39 (Rückgebäude), 80333 München in einem Vortrag ihre Impulse vorstellen.

Schon heute laden wir Sie zu diesem Abend ganz herzlich ein.

==> Die Frauenumfrage ist beendet <==

 


Viel Zustimmung für das Frauendiakonat
bei der Aktion der Reformgruppen anlässlich der
Diakonenweihe am 1. Oktober 2016 im Münchner Liebfrauen-Dom

Die Aktion „Lila Stola“ für das Frauendiakonat anlässlich der Weihe von zwei männlichen Diakonen am Münchner Liebfrauen Dom ist bei sehr vielen Gottesdienstbesuchern und auch bei einer Reihe von mitfeiernden Priestern und Diakonen auf eine positive Resonanz gestoßen. Die von den Münchner Reformgruppen Gemeindeinitiative.org, Münchner Kreis und Kirchenvolksbewegung Wir sind Kirche vor dem Gottesdienst verteilten violetten Tücher sowie mitgebrachte lila oder violette Schals und Krawatten machten diese Farbe, die kirchlich für Umkehr und Erneuerung steht, im Kirchenschiff deutlich sichtbar.

Im Chorraum wagten es allerdings erst wenige der mehr als 50 Kleriker, sich sichtbar zum Frauendiakonat zu bekennen, obwohl sie in Gesprächen vor dem Gottesdienst das Anliegen für unterstützenswert gehalten hatten. Erzbischof Kardinal Marx, der von den Reformgruppen vorab informiert war, Generalvikar Beer und Dompfarrer Huber grüßten die Mitglieder der Reformgruppen beim Betreten des Dombereichs freundlich.So bleibt zu hoffen, dass auch bei Verantwortlichen der Erzdiözese ein Umdenkungsprozess begonnen hat.

Die Münchner Reformgruppen appellieren erneut an alle kirchlichen Gremien, das bereits bei der Würzburger Synode 1975 auch von den Bischöfen unterstützte Frauendiakonat weiter voranzubringen, zu dem Papst Franziskus jetzt eine Studienkommission eingerichtet hat.

CLilaStola Muenchen 01102016 3Kl


 

 

lila stola logo

Termin: Samstag, 1. Oktober ab 8.30 Uhr
Ort: Umfeld des Münchner Liebfrauendomes

→ Handzettel zum Verteilen ←

→ Plakat zum Aushang ←

 

Anlässlich der Weihe von zwei Männern zu Ständigen Diakonen am 1. Oktober 2016 im Münchner Dom setzen sich die Münchner Reformgruppen mit der „Aktion Lila Stola“ dafür ein, dass nicht nur Männer, sondern auch Frauen zu Diakoninnen geweiht werden können. Durch das Tragen einer Lila Stola, eines lilafarbenen Tuches oder auch einer lilafarbenen Krawatte soll der Forderung nach der Zulassung von Frauen zum Amt der Diakonin, das es bereits in der frühen Kirche gab, deutlich sichtbar Ausdruck verliehen werden.

Mit der „Aktion Lila Stola“ unterstützen die drei Münchner Reformgruppen Gemeindeinitiative, Münchner Kreis und Wir sind Kirche Papst Franziskus, der kurz vor Pfingsten bei einer Audienz mit Ordensoberinnen zugesagt hatte, eine Kommission zur Klärung der Fragen des Frauendiakonats einzurichten. Die Idee für die „Aktion Lila Stola“ in München war aber bereits beim Strategietag der Münchner Reforminitiativen am 5. März 2016 entstanden.

Alle Kleriker, die sich für die Ordination von Frauen einsetzen, sowie alle reformorientierten Laien sind zum Mitmachen an der „Aktion Lila Stola“ eingeladen. An alle, die selbst kein lilafarbenes Tuch o.ä. zur Weihe mitgebracht haben, werden lilafarbene Tücher verteilt. Lila ist seit langem die Farbe der Frauenbewegung, violett ist noch viel länger schon in der Geschichte der Kirche das Symbol für Umkehr, Buße und Neubeginn. Vor dem Dom werden Handzettel verteilt, die über die Hintergründe der Aktion informieren.

Die „Aktion Lila Stola“ setzt sich seit 1997 in Deutschland für die volle Gleichberechtigung der Frauen in der römisch-katholischen Kirche und einen gleichberechtigten Zugang zu allen Ämtern ein. Mit der Aktion wird – stellvertretend für eine große Mehrheit der Katholikinnen und Katholiken – die Umsetzung der vollen Gleichberechtigung der Frauen angemahnt, die als entscheidend für die Glaubwürdigkeit der christlichen Botschaft angesehen wird. Die Frauenfrage ist längst zum Eckstein für Veränderungen in der römisch-katholischen Kirche geworden. Mit der Aktion in München sollen alle Kommissionsmitglieder der päpstlichen Kommission und auch Kardinal Marx eindringlich ermutigt werden, sich für die Zulassung der Weihe von Frauen auszusprechen und den Papst darum zu bitten. Bereits 1975 hatten sich auch die deutschen Bischöfe in einem Votum der „Würzburger Synode“ für das Frauendiakonat ausgesprochen; damals hatte der Vatikan aber nicht einmal den Eingang des Votums bestätigt.

In der repräsentativen Politbarometer-Umfrage des ZDF unter Katholikinnen und Katholiken im April 2011 hatte sich eine große Mehrheit von 80 Prozent für die Forderung nach Kirchenreformen ausgesprochen. In den letzten 23 Jahren haben über 2,5 Mio. Katholikinnen und Katholiken Deutschlands die römisch-katholische Kirche verlassen. Viele davon haben wohl nicht mehr an die Reformfähigkeit der römisch-katholischen Kirche geglaubt. Die Münchner Reformgruppen haben jedoch die Hoffnung, dass Papst Franziskus den Stillstand beendet und innerkirchlichen Reformen große Priorität auch über die Familiensynode hinaus einräumen wird.

 

Kontakt:

Stefan Schori (Münchner Kreis) Tel 089 82 92 06 77
Dr. Hans-Jörg Steichele (Münchner Kreis) Tel. 089 708607 Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
 
Elisabeth Stanggassinger (Gemeindeinitiative) Tel. 089 50034614, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Paul-G. Ulbrich (Gemeindeinitiative) Tel. 0157 88455612, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Willi Genal (Gemeindeinitiative) Tel. 0151 15004893, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 
 
Christian Weisner (Wir sind Kirche) Tel. 0172-5185082, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Dr. Edgar Büttner (Wir sind Kirche) Tel. 08061-36874, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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Lautstark und wortreich wie lange nicht mehr mischen sich namhafte Kirchenvertreter in die Flüchtlingspolitik ein. Das war überfällig.

Ausgerechnet Kardinal Rainer Woelki ist zur Symbolfigur des Streits geworden, der Erzbischof von Köln: ein grundkonservativer Kirchenmann, im Zweifel eher linkisch als links. Dieser Rainer Woelki also hat der CSU unchristliche Positionen in der Flüchtlingspolitik vorgeworfen, und dass die Partei die Gesellschaft spalte

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Von Matthias Drobinski