Heiner Koch wird neuer Erzbischof in Berlin. Das zeigt die Personalsorgen der katholischen Kirche.

Interessante Feststellung im letzten Absatz:

" Viele Kandidaten sagen mittlerweile ab, wenn sie gefragt werden, ob sie Bischof werden wollen, als zu undankbar erscheint die Aufgabe. "So entsteht der große katholische Verschiebebahnhof", sagt einer, "immer ist irgendwo ein Loch."

den ganzen Artikel von Martthias Drobinski lesen sie hier auf den Seiten der Süddeutschen Zeitung

Die Einheit unter den Christen

Papst Franziskus

kann nach Überzeugung von Papst Franziskus nicht durch theologische Debatten entstehen. „Wenn wir glauben, dass die Theologen sich einmal einig werden, werden wir die Einheit nach dem Jüngsten Gericht erreichen“, sagte er in einer Videobotschaft zum „Tag der Christlichen Einheit“ in der US-Diözese Phoenix, deren Text der Vatikan am Sonntag veröffentlichte. „Theologen sind hilfreich, aber am hilfreichsten ist der gute Wille von uns allen, die mit offenen Herzen für den Heiligen Geist auf dem Weg sind“, so Franziskus.
den ganzen Artikel lesen sie hier bei Radio Vatican

 

 

 

 

 

 

Papst Franziskus. Bild: Agência Brasil.
Lizenz: Creative Commons License Attribution 3.0 Brazil

Wien/Limerick, Mai 2015

Offener Brief an Papst Franziskus

PAPST FRANZISKUS, SIE BRAUCHEN LEBENDIGE GEMEINDEN UND DIE GEMEINDEN BRAUCHEN SIE!

Papst Franziskus, Ihre Vision von Kirche bewegt uns: eine Kirche in der Spur und im Geist Jesu nahe bei den Menschen, ihnen in Respekt und Offenheit verbunden, auf Augenhöhe, als echte Weggefährtin – zugewandt gerade jenen, die am Rand stehen und besonderer Solidarität bedürfen. Statt Gräben zu vertiefen, führen Sie zusammen. Statt zu urteilen, suchen Sie zu verstehen. Statt Türen zu schließen, öffnen Sie Herzen. Hier wird die Urform von Kirche, wie Jesus sie uns vorgelebt hat, endlich wieder spürbar.

Unzählige Menschen überall auf der Welt jubeln Ihnen zu, denn sie teilen diese Vision – so sehr im Geiste des Zweiten Vatikanischen Konzils. Mehr noch: Sie leben sie, so gut es geht. Ihre Heimat sind die Gemeinden vor Ort, an der Kirchenbasis. Hier, im Alltag der Menschen findet Kirche statt, wird sie lebendig oder auch nicht. Hier, und nur hier, erfährt Kirche tagtäglich ihren Daseinsgrund.

Papst Franziskus, Sie brauchen die Gemeinden, damit Ihre Vision von Kirche lebt. Ohne aktive Gemeinden fehlt Ihrer Vision das Fundament und die notwendige Kraft, Widerstände zu überwinden. Unsere Gemeinden sind die Zukunft der Kirche Jesu. Doch genau diese Gemeinden sind in ihrer Zukunft massiv bedroht.

Unsere Bischöfe begegnen dem Priestermangel überall auf der Welt immer öfter mit der Zusammenlegung aktiver und lebendiger Pfarrgemeinden zu anonymen und unüberschaubaren Großstrukturen. Fusionieren scheint das Rezept der Stunde. Doch in den neuen Pfarr-Großverbänden geht der persönliche Kontakt zu den Menschen verloren. Die Sakramente und der Priester entfernen sich immer weiter vom Alltag der KirchenbürgerInnen. Und wo die Quelle von Gemeinschaft, die Eucharistiefeier, immer seltener gefeiert wird, bleibt die communio bald auf der Strecke. Derweil sind Priester, statt mit Seelsorge, mit Koordination und Verwaltung beschäftigt, sollen überall sein und sind dabei selbst nirgends mehr zu Hause. In solchen Gemeinden weht nicht der lebendige Atem Jesu, sondern herrscht Verunsicherung und eine begründete Angst vor Heimatverlust. Hier ist die Kirche nicht mehr nah bei den Menschen, sondern entfernt sich wissentlich von ihrer Basis.

Wir, besorgte Priester und Diakone, Seelsorgerinnen und engagierte Kirchen-bürgerinnen und Kirchenbürger in den Gemeinden dieser Welt, sind nicht länger bereit, diesen Weg mitzugehen. Gemeinsam suchen wir nach neuen Wegen für eine Zukunft unserer Kirche mit lebendigen Gemeinden; mit Gemeinden, die jeden einladen – ohne Ausnahme. Und solche Wege gibt es! Längst wird in vielen Gemeinden vorgelebt, wie es anders gehen kann.

Es sind Frauen und Männer, Ehepaare, Geschiedene und Wiederverheiratete, Homosexuelle und Heterosexuelle, Junge und Alte, die im Mittelpunkt Stehenden und die an den Rand Gedrängten – es sind engagierte Menschen, die dem Zusammenlegen ihrer Gemeinden zu immer größeren Einheiten Einhalt gebieten wollen. Sie helfen durch persönlichen Einsatz, kraft ihrer Tauf-Berufung, die Priester in ihren wachsenden Aufgaben zu entlasten, um den Dienst der Gemeinde an den Menschen lebendig zu erhalten. Dort, wo es keinen Priester vor Ort mehr gibt, entwickeln sie kreative Lösungen, um den Zusammenhalt und die alltägliche Leitung ihrer Gemeinde zu sichern. Dabei sind vielfach Strukturen und Modelle entstanden, die tragen und von denen wir für die Zukunft lernen können. Noch gibt es viel Bereitschaft an der Basis, für eine erneuerte Kirche im Geiste Jesu zu kämpfen.

Papst Franziskus, wir – Priester und Diakone, SeelsorgerInnen, Kirchenbürgerinnen und Kirchenbürger – brauchen Sie! Wir appellieren an Sie, den Weg freizumachen für neue Wege und Formen des Gemeindelebens und deren Leitung: Öffnen wir das priesterliche Leitungsamt für alle, die dazu begabt sind! Entwickeln wir neue Leitungsmodelle, die Menschen aus den Gemeinden entsprechend ihrer Charismen beteiligen! Etablieren wir eine neue Kultur der Mitverantwortung und Mitentscheidung in allen Strukturen unserer Kirche! Erinnern wir uns daran, wie Jesus Gemeinde verstanden und gelebt hat! Der Geist Gottes drängt uns. Packen wir es mutig miteinander an!

Papst Franziskus, Sie brauchen lebendige Gemeinden, um Ihre Vision von Kirche mit Leben zu füllen. Und die Gemeinden brauchen Sie. Wir – die Priester, Diakone, Seelsorgerinnen und Seelsorger und viele engagierte Kirchenbürgerinnen und Kirchenbürger in den Gemeinden weltweit – stehen bereit, unsere Erfahrungen und Ideen einzubringen und Sie und die Bischöfe bei der Verwirklichung Ihrer Vision an der Basis tatkräftig zu unterstützen.

Gezeichnet:

AUSTRIA

Pfarrer-Initiative Österreich

Pfr. Helmut Schüller, Sprecher

Wir sind Kirche Österreich

Dr. Martha Heizer, Vorsitzende

AUSTRALIEN

Australian Catholic Coalition for Church Renewal

Marilyn Hatton, Convenor

Catholics for Ministry

Paul Collins, Convenor

Catholics for Renewal

Peter Johnstone, President

Cyber Christian Community

Helen Oxenburgh-Lowe, Convenor

Women and the Australian Church

Bernice Moore, Convenor

DEUTSCHLAND

Deutsche Pfarrer-Initiative        

Pfr. Christian Ammersbach, Sprecher

Wir sind Kirche Deutschland

Christian Weisner, Bundesteam

ENGLAND

ACTA – A Call to Action           

Eileen Fitzpatrick, Chair

Jean Riordan, Delegate

INDIEN

Fr. Shaji George Kochuthara

Moral Theologian and Priest, Carmelites of Mary Immaculate

Satyashodhak, Mumbai

Dr. Astrid Lobo Gajiwala, Co-ordinator

IRLAND

Assocation of Catholic Priests (ACP)

Fr. Brendan Hoban and Fr. Seán McDonagh, Leadership Team

Fr. Tony Flannery, Host of Limerick Conference 2015

Association of Catholics in Ireland (ACI)

Noel McCann, Steering Group Chair

Dr. Patricia Fitzsimons, Steering Group Member

We are Church Ireland                                                 

Brendan Butler, joint Co-Ordinator

Seeds of Hope            

Kathleen McDonnell, Rita O’Brien, Margaret Lee,

Core Group Members

ITALIEN

Noi Siamo Chiesa Italia

Vittorio Bellavite, Spokesman

Fr. Carmine Miccoli, Priest

SLOVAKEI

ok21 – Society for Open Christianity for the 21st Century

Peter Križan, Chairman

SCHWEIZ

Pfarrei-Initiative Schweiz

Dr. Markus Heil, Diakon, Präsident

Susanne A. Birke, Vorstand

USA

National Coalition of American Nuns

Sr. Jeannine Gramick S.L., National Coordinator

New Ways Ministry

Francis DeBernardo, Executive Director

FutureChurch

Deborah Rose-Milavec, Executive Director

Women's Ordination Conference 

Kate McElwee, Co-Executive Director

INTERNATIONAL

International Movement We are Church (IMWAC)

Sigrid Grabmeier, Chair

 P r e s s e m e l d u n g

Offener Brief an Papst Franziskus: Internationale Kirchenreform-bewegungen rufen Papst auf, „den Weg freizumachen für neue Formen des Gemeindelebens und deren Leitung“

Wien/Limerick, 12.05.2015. „Papst Franziskus, Sie brauchen lebendige Gemeinden und die Gemeinden brauchen Sie!“. Mit diesem dringlichen Appell haben sich 23 katholische Kirchenreformbewegungen aus 10 Ländern sowie Persönlichkeiten des kirchlichen Lebens in einem Offenen Brief an den Papst gewandt.

In dem Schreiben verleihen Sie ihrer Sorge über die „massiv bedrohte“ Zukunft der Pfarrgemeinden Ausdruck und rufen den Papst dazu auf, dem Fusionieren lebendiger Gemeinden durch die Bischöfe Einhalt zu gebieten. „Wir, besorgte Priester und Diakone, Seelsorgerinnen und engagierte Kirchenbürgerinnen und Kirchenbürger in den Gemeinden dieser Welt, sind nicht länger bereit, diesen Weg mitzugehen. Gemeinsam suchen wir nach neuen Wegen für eine Zukunft unserer Kirche mit lebendigen Gemeinden; mit Gemeinden, die jeden einladen – ohne Ausnahme. Und solche Wege gibt es! Längst wird in vielen Gemeinden vorgelebt, wie es anders gehen kann.“

Die Gemeinden seien Voraussetzung, damit die päpstliche Vision einer Kirche „in der Spur und im Geist Jesu nahe bei den Menschen“ leben könne: „Hier, im Alltag der Menschen, findet Kirche statt – wird sie lebendig oder auch nicht. Hier und nur hier erfährt Kirche tagtäglich ihren Daseinsgrund.“, begründen die Unterzeichner die Dringlichkeit ihres Anliegens.

Um den Dienst der Gemeinden an den Menschen auch in Zukunft lebendig zu erhalten, brauche es neue Strukturen und Leitungsmodelle, die Kirchenbürgerinnen und Kirchenbürger „entsprechend ihrer Charismen beteiligen“. „Öffnen wir das priesterliche Leitungsamt für alle, die dazu begabt sind! Etablieren wir eine neue Kultur der Mitverantwortung und Mitentscheidung in allen Strukturen unserer Kirche! Erinnern wir uns daran, wie Jesus Gemeinde verstanden und gelebt hat! Der Geist Gottes drängt uns. Packen wir es mutig miteinander an!“, so der Aufruf der Kirchenreformer.

Ein besonderes Anliegen ist es den Reformern, die Verantwortung nicht nach oben hin abzuwälzen. Stattdessen strecken sie Papst Franziskus und den Bischöfen bewusst die Hand zur Unterstützung aus: „Wir stehen bereit, unsere Erfahrungen und Ideen einzubringen und Sie und die Bischöfe bei der Verwirklichung Ihrer Vision an der Basis tatkräftig zu unterstützen.“

Der gemeinsame Brief knüpft an das zweite internationale Treffen katholischer Kirchenreformgruppen in Limerick/Irland im April. Über 30 katholische Priester, Katholikinnen und Katholiken aus aller Welt nahmen an der Konferenz auf Einladung der irischen „Association of Catholic Priests“ teil, um sich zu vernetzen und über wesentliche Reformanliegen auszutauschen. Die viertägige Konferenz endete mit einem gemeinsamen Aufruf an die Bischöfe, die Vision des Papstes für eine erneuerte Kirche „mutig und öffentlich“ zu unterstützen.

Pressekontakt: Pamina Haussecker, 0680-502 7010, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Anlage: Offener Brief inkl. namentlicher Unterzeichner

Tagung des Katholikenkomitees

ZdK fordert Segnung gleichgeschlechtlicher Paare

Homosexuelle Paare und wiederverheiratete Geschiedene sollen den Segen der Kirche erhalten - das fordert das Zentralkomitee der deutschen Katholiken. Auch die Ablehnung künstlicher Empfängnisverhütung müsste neu bewertet werden, so das Gremium in einem Papier zur Weltbischofssynode im Herbst.

den ganzen Artikel zur Vollversammlung in Würzburg lesen sie hier bei den Münchner Kirchennachrichten

im Gegensatz dazu lehnen die Bischöfe diesen Vorschlag rundweg ab

Vorschläge des ZdK zurückgewiesen

Bischöfe lehnen Segnung homosexueller Paare ab

Die Deutsche Bischofskonferenz hat Forderungen des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) nach einer Segnung homosexueller Paare zurückgewiesen. Dies sei mit der Lehre der Kirche unvereinbar, hieß es in einer am Freitag veröffentlichten Mitteilung.

den ganzen Artikel zur Ablehnung der Bischöfe lesen sie hier bei den Münchner Kirchennachrichten

 

 

EIN BUNTER BLUMENSTRAUSS DER LEBENSFORMEN

Impulsreferat und Diskussion zur Vorbereitung der Familiensynode 2015.

Referent u. Moderation:  Pfr. Christoph Nobs, Traunstein.

Donnerstag, 21.Mai, 19.30 Uhr,

Pfarrheim Heilig-Kreuz,

Traunstein, Schloßstrasse 15 b

Eintritt frei, Spenden erwünscht.

 

Plakat zum Download

Neue Moralvorstellungen

Verband der Diözesen liberalisiert sein Arbeitsrecht. Dekan Albert Bauernfeind und Kommunalpolitiker begrüßen das

"Die Kirche muss den Druck spüren, dann bewegt sie sich."

Den ganzen Artikel von Gerhard Eisenkolb lesen sie hier in der Süddeutschen Zeitung

Outing? Offene Homosexualität? Das war für die katholische Kirche bisher ein Kündigungsgrund.


  • Die katholische Kirche reagiert auf die anhaltende Kritik am kirchlichen Arbeitsrecht und will eine Liberalisierung durchsetzen.
  • Wiederverheiratete sowie Schwule und Lesben sollen künftig nicht mehr mit einer automatischen Kündigung rechnen müssen.
  • Mehr als 700 000 Menschen sind bei der katholischen Kirche und der Caritas beschäftigt. Lehrer und Seelsorger werden nicht von der neuen Regelung profitieren.
den ganzen Artikel von Matthias Drobinski lesen sie hier in der Süddeutschen Zeitung

Die Kirchen sind mit dem ökumenischen Kirchentag auf dem besten Weg, sich beim Dialog und Einsatz gegen Fremdenfeindlichkeit unverzichtbar zu machen

den ganzen Kommentar von Stefan Salger lesen sie hier in der Süddeutschen Zeitung

Der Christenrat will mit dem ersten Ökumenischen Kirchentag in Fürstenfeld ein Zeichen setzen für ein friedliches Miteinander der Religionen und Kulturen. Veranstalter erwarten Kardinal Marx und Landesbischof Bedford-Strohm

den ganzen Artikel zum ersten ökumenischen Kirchentag in Fürstenfeld von Stefan Salger lesen sie hier in der Süddeutschen Zeitung

Noch nie sind so viele Münchner aus der Kirche ausgetreten wie im vergangenen Jahr. Woran liegt das? Die Bindung an die Kirchen ist schwach, sie spielen im Leben vieler Menschen schlicht keine Rolle mehr

 

Am 29. April, dem Gedenktag der Heiligen Katharina von Siena, wird seit 1998 der vom Katholischen Deutschen Frauenbund ins Leben gerufenen "Tag der Diakonin" begangen. Die Münchner Kirchennachrichten sprachen anlässlich dessen mit Professor Sabine Demel, Inhaberin des Lehrstuhls für Kirchenrecht an der Universität Regensburg

Das ganze Interview mit Professor Sabine Demel lesen sie hier bei den Münchner Kirchennachrichten

Papst Franziskus hat Erwartungen geweckt, denen er nun nicht standhält – Designierter französischer Botschafter ist persona non grata.

Von Julius Müller-Meiningen.

„Verblüffender Widerspruch“: Papst Franziskus. Foto: afp

© OVB

„Verblüffender Widerspruch“: Papst Franziskus. Foto: afp

Vatikanstaat – „Wenn jemand schwul ist, den Herrn sucht und guten Willen hat, wer bin ich, über ihn zu urteilen“, sagte Papst Franziskus bei einer Pressekonferenz auf dem Rückflug vom Weltjugendtag in Rio de Janeiro 2013. Sein Pontifikat war damals gerade erst vier Monate alt, die Weltöffentlichkeit verstand diese Worte als veränderte, offenere Haltung der katholischen Kirche gegenüber Homosexuellen, auch wenn der Papst sich mit diesem Satz im Rahmen des katholischen Lehramts bewegte. Danach sind nicht homosexuelle Personen, aber wohl homosexuelle Handlungen zu verurteilen.

Jetzt, wo der Fall des designierten französischen Botschafters beim Heiligen Stuhl, Laurent Stéfanini, an die Öffentlichkeit gekommen ist, wendet sich das vielleicht am meisten missverstandene Zitat dieses Papstes gegen seinen Urheber. Stéfanini wurde von der französischen Regierung am 5. Januar nominiert und ist bis heute nicht akkreditiert. Der Grund, so sind sich französische wie italienische Medien sicher, liegt in der Homosexualität des Kandidaten. Stimmen Worte und Taten des Papstes bei diesem für die Kirche sensiblen Thema etwa nicht überein?

Zündstoff hat die Thematik zudem, seit bei der außerordentlichen Bischofssynode im Oktober erstmals offen von einer „Willkommenskultur für Homosexuelle“ in der Kirche die Rede war. Die programmatische Öffnung gegenüber Homosexuellen wurde vom streng konservativen Flügel der Bischöfe rasch wieder kassiert. Statt von einer Willkommenskultur zu profitieren, ist der designierte Botschafter Stéfanini im Vatikan nun persona non grata. Wie es scheint, handelt es sich bei dem neuen Kurs der Kirche vor allem um ein großes Missverständnis.

Wenn den Worten Taten folgen sollen, sieht die Kirche alt aus. Es ist vor allem dem Papst anzulasten: Franziskus hat Erwartungen geschürt, die kaum zu erfüllen sind. Das wird sich wohl auch bei der ordentlichen Bischofssynode im kommenden Herbst erweisen. Doch der Fall Stéfanini ist komplex. Einen Monat nach dem Akkreditierungs-Gesuch bestellte der Nuntius in Paris, Erzbischof Luigi Ventura, den designierten Botschafter zu einem informellen Gespräch ein und legte ihm den Rückzug seiner Kandidatur nahe, angeblich wegen Stéfaninis Homosexualität. Der Betroffene, ein praktizierender Katholik, der sich 1998 vom heutigen Pariser Erzbischof, Kardinal André Vingt-Trois, hatte firmen lassen und von diesem im Vatikan empfohlen worden war, zog seine Bewerbung nicht zurück mit dem Hinweis, schließlich habe ihn der Élysée-Palast nominiert.

Die französische Regierung hält bis heute an Stéfanini fest, weil er „einer der besten Diplomaten und der beste für die Vatikanbotschaft“ sei, wie es offiziell heißt. Der 55-Jährige war zuletzt Protokollchef im Élysée-Palast und von 2001 bis 2005 erster Berater des französischen Botschafters am Heiligen Stuhl. Johannes Paul II. verlieh Stéfanini damals wegen seiner Verdienste sogar den Gregoriusorden.

Vor einigen Tagen soll Stéfanini nach bestätigten Presseberichten nun von Papst Franziskus zu einem informellen Treffen im Vatikan bestellt worden sein. Franziskus habe dem Diplomaten gesagt, er habe nichts gegen ihn persönlich, wohl aber gegen die Haltung der französischen Regierung. Die habe jüngst nicht nur die „Ehe für alle“ in Frankreich legalisiert, sondern den Vatikan mit der Nominierung Stéfaninis in Verlegenheit gebracht. Regierungen wissen, dass es gängige Praxis des Heiligen Stuhls ist, Diplomaten in „irregulären Ehesituationen“ das Agrément zu verweigern. Dazu zählen wiederverheiratete Geschiedene ebenso wie homosexuelle Partnerschaften. Bereits 2007 hatte der Heilige Stuhl dem designierten französischen Botschafter Jean-Loup Kuhn-Delforge die Akkreditierung verweigert, weil er in einer eingetragenen Partnerschaft mit einem Mann zusammen lebt. Stéfanini hingegen ist ledig, steht aber zu seiner Homosexualität, ohne sie explizit zu thematisieren. Eine „irreguläre Ehesituation“ läge somit aus Sicht des Vatikan gar nicht vor.

Die Einlassungen des Papstes gegenüber Stéfanini, sollten sie so geäußert worden sein, sind auch aus der Perspektive des Heiligen Stuhls nicht schlüssig. Was bleibt, ist Spekulation: Gemutmaßt wird nun einerseits, Stéfanini sei Opfer einer politischen Auseinandersetzung zwischen dem Heiligen Stuhl und der französischen Regierung. Andere hingegen unterstellen dem Papst Scheinheiligkeit. So schreibt der gewöhnlich gut informierte Vatikan-Journalist Sandro Magister: Die Ablehnung Stéfaninis als Botschafter stehe im „verblüffenden Widerspruch zur Zahl homosexueller Kleriker“, die in den „beiden vergangenen Jahren in der Kurie auf bedeutende Posten befördert wurden und in engem Kontakt mit dem Papst stehen“. Magister nennt etwa Monsignor Battista Ricca, den Franziskus zum Prälaten bei der Vatikanbank machte.

Auch der ehemalige französische Außenminister Bernard Kouchner, der sich in einem Interview zum Fall äußerte, wirft dem Vatikan Doppelmoral vor. „Der Vatikan scheint mir nicht in der besten Situation zu sein, Homosexuelle abzulehnen“, sagte er. Auf Papst Franziskus wolle er jedoch nichts kommen lassen. Ihn verehre er weiterhin, so Kouchner.

Quelle: OVB

Neue Umfrage bestätigt Kluft zwischen Alltag und Kirchenlehre

Fakten für Familiensynode

Auch in der zweiten Familien-Umfrage des Vatikan zeigen die Antworten aus Deutschland eine starke Diskrepanz zwischen gelebtem Alltag und katholischer Lehre. Das zeigt die jetzt veröffentlichte Auswertung der Fragebögen.

Die Rückmeldungen zeigten laut Auskunft der Deutschen Bischofskonferenz, "dass das Leitbild von Ehe und Familie weiterhin breite Zustimmung unter den Gläubigen findet". Allerdings erwarteten die meisten "ein größeres Verständnis der kirchlich Verantwortlichen für Lebensformen, die diesem Leitbild nicht vollkommen entsprechen".

Den ganzen Artikel lesen sie hier beim Domradio

Online-Abstimmung Familien-Synode

„Die Kluft zwischen Lebenswirklichkeit und kirchlicher Lehre muss reduziert werden!“

 

Klares Votum des Kirchenvolkes an die Bischöfe zur Familien-Synode

Pressemitteilung von Gemeindeinitiative.org und KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche, München, 14.04.2015

Eine sehr große Mehrheit des Kirchenvolkes spricht sich für deutliche Veränderungen insbesondere im Umgang mit geschiedenen Wiederverheirateten aus. Dies betrifft die Zulassung zu den Sakramenten; eine Wiederheirat dürfe keinen Entzug der Lebensgrundlage durch Kündigung in kirchlichen Einrichtungen zur Folge haben. Aber auch ein neues Verständnis von Sexualität, ein erweitertes Familienverständnis, die Gleichstellung von Frauen und Männern in der Kirche sowie die Freiwilligkeit des Zölibats sind den Abstimmenden sehr wichtige Anliegen.

Dies sind die wichtigsten Ergebnisse einer Online-Abstimmung zur katholischen Familien- und Sexuallehre, die die Gemeindeinitiative.org und die KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche im Erzbistum München und Freising jetzt der Deutschen Bischofskonferenz in Bonn, dem Synodensekretariat in Rom, dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken und den deutschen Diözesanräten übermittelt haben.

Die abzustimmenden Aussagen waren auf Veranstaltungen erarbeitet worden, zu denen die Reformgruppen im Januar und Februar 2015 eingeladen hatten. Dort wurde ausführlich über die Familien-Synode informiert. Vor allem aber konnten Kirchenmitglieder zum Ausdruck bringen, was ihnen am meisten auf den Nägeln brennt. Die daraus entwickelten zehn Themenfeldern werden als primäre Handlungsfelder für die Familien-Synode im kommenden Herbst gesehen, ohne den Anspruch zu haben, alle Aspekte zu Familien, Sexualität und Beziehungen abzudecken. Die einhellige Auffassung jedoch ist: Veränderungen in diesen wichtigen Punkten würden die Spaltung zwischen Lebenswirklichkeit und kirchlicher Lehre wahrnehmbar reduzieren.

An der vom 1. bis 31. März 2015 dauernden Online-Abstimmung haben sich 1.169 Personen beteiligt. Bei acht von zehn zentralen Themenfeldern liegt der Grad der Zustimmung um oder über 90 Prozent. Für einen kirchlichen Segen für homosexuelle Paare stimmten immerhin fast 70 Prozent. Ob homosexuelle Paare die Möglichkeit haben sollten, in ihren familienähnlichen Beziehungen Kinder aufzuziehen, wurde von 45 Prozent bejaht, über 20 Prozent verneinten, 34 Prozent äußerten sich mit Unsicherheit. Die Abstimmung fand auch über die Münchner Erzdiözese hinaus reges Interesse.

Die Reformgruppen verstehen die Abstimmung als einen Beitrag in einem notwendigen langen Erneuerungsprozess, der über die Synode im Herbst hinausgehen wird. Der offizielle kirchliche Fragebogen, von vielen als sprachlich sehr kompliziert und vom normalen Lebensalltag der Menschen abgehoben empfunden, war kreativlos erst mit großer Verzögerung und mit viel zu kurzen Antwortfristen in den Diözesen publik gemacht worden. Die deutschen Bischöfe hatten leider nicht den Mut, ein eigenes Antwortkonzept für die Familiensynode zu erarbeiten, das wirklich die eigentlich von Papst Franziskus gewünschte breite Beteiligung des Kirchenvolks möglich gemacht hätte.

Ergebnisse der Online-Abstimmung der beiden Reformgruppen:
http://gemeindeinitiative.org/images/downloads/umfrage_auswertung81129.pdf

Schreiben an die Mitglieder der Deutsche Bischofskonferenz:
http://gemeindeinitiative.org/images/briefe/DBK_Umfrag_Ergebn_GI_WsKi_042015.pdf


Pressekontakte

Gemeindeinitiative:
Paul-G. Ulbrich, Tel. 0157 88455612, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Willi Genal, Tel. 0151 15004893, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Wir sind Kirche:
Christian Weisner, Tel. 0172 5184082, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Sigrid Grabmeier, Tel: 0170 8626 290, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Übersicht zu den Rückmeldungen in den deutschen Diözesen, (soweit im Netz veröffentlicht) Stand 01.04.2015 21:37

(Quelle: Gi Recherche)

Bericht dazu
Aachen 72
Augsburg  Ø
Bamberg 90  
Berlin 70  
Dresden-Meißen  Ø  
Eichstätt  Ø  
Erfurt 20  
Essen 14  
Freiburg/Br.  Ø  
Fulda  Ø  
Görlitz  Ø  
Hamburg  Ø  
Hildesheim  Ø  
Köln 481  
Limburg  Ø  
Magdeburg 18  
Mainz 21  
München-Freising 709  
Münster 100  
Osnabrück  Ø
Paderborn  Ø  
Passau  Ø  
Regensburg  Ø  
Rottenburg-Stuttgart  Ø  
Speyer  Ø  
Trier  Ø
Würzburg  28 „Ehe und Familie lebenslanger Prozess“„Ehe und Familie lebenslanger Prozess“
Gesamt 1623  
Limerick-Konferenz
Weltweite Katholische Reformgruppen fordern Bischöfe auf, die Vision des Papstes aktiv zu unterstützen

Pressemitteilung Limerick/Irland, 19.04.2015

Das zweite internationale Treffen katholischer Pfarrerinitiativen und Reformgruppen endete am Donnerstag mit dem Aufruf an die Bischöfe, die Vision des Papstes für eine erneuerte Kirche „mutig und öffentlich“ zu unterstützen. Im Fokus der viertägigen Konferenz standen vor allem die Frage einer dezentraleren und partizipativeren Kirchenstruktur zur Stärkung der Ortskirche sowie die Gleichberechtigung von Frauen in der Kirche.

Gastgeber Tony Flannery CSSR von der irischen „Association of Catholic Priests“ (ACP) brachte die Motivation der Anwesenden auf den Punkt: "Die Wahl von Papst Franziskus ist für lange Zeit unsere beste Chance für eine Erneuerung der Kirche!"

Über 30 katholische Priester, Katholikinnen und Katholiken aus den Vereinigten Staaten, Indien, Australien, Großbritannien, Irland, Italien und der Slowakei nahmen an der Konferenz in Limerick teil. Auch die Pfarrer-Initiativen aus Österreich und der Schweiz, die das Netzwerk 2013 ins Leben gerufen haben, sowie VertreterInnen der deutschen Pfarrer-Initiativen und der internationalen Bewegung „Wir sind Kirche“ (IMWAC) waren vor Ort.

In ihrem zentralen Anliegen waren sich die Reformer einig: „Für die Zukunft unserer Kirche brauchen wir lebendige Gemeinden. Gemeinden, die jeden einladen – ohne Ausnahme. Das geht nur, wenn wir Leitungskompetenzen neu verteilen: weg vom Vatikan hin zu den Pfarrgemeinden und weg von zölibatären Männern hin zu den Frauen. Wie sonst soll sich Papst Franziskus’ Vision einer Kirche als echte Weggefährtin, nahe bei den Menschen, verwirklichen?“, fasste Helmut Schüller von der österreichischen Pfarrer-Initiative die Besorgnis der internationalen Reformer zusammen.

Einigkeit herrschte auch darüber, dass zu einer Kirche, die den Menschen in Respekt und auf Augenhöhe verbunden ist, eine Rechenschaftspflicht für alle Glieder der kirchlichen Hierarchie gehört sowie verfasste Grundrechte, die allen Kirchenmitgliedern eine echte Beteiligung am kirchlichen Leben gewährleisten.

Mit Blick auf die Familien-Synode im Herbst forderten die Reformgruppen eine ernst gemeinte Beteiligung von LGBT, Geschiedenen und Wiederverheirateten, Alleinerziehenden und anderen von der katholischen Kirche an den Rand gestellten Menschen.

Als besonders schmerzhaft erlebten die KonferenzteilnehmerInnen die Diskriminierung von Frauen in der Kirche. Im Rahmen einer sehr offenen und ehrlichen Diskussion wurde überdeutlich, wie groß der Schmerz über den Ausschluss von Frauen aus Leitungsfunktionen und vom Priesteramt bei allen Beteiligten ist: „Hier werden Gräben gerissen, die unser gesamtes Kirchenleben beeinflussen“, erklärte Deborah Rose-Milavec von der US-amerikanischen Reformorganisation „Future Church“.

Betroffenheit herrschte auch angesichts der Angst mancher Teilnehmenden vor Repressionen durch ihre Bischöfe. So wurde trotz des gemeinsamen Wunsches danach, darauf verzichtet, Eucharistie in einer Weise zu feiern, die die fundamental gleiche Würde von Mann und Frau durch eine entsprechende Verteilung der gottesdienstlichen (Leitungs-)Aufgaben zum Ausdruck gebracht hätte. Dieser schmerzliche Verzicht verdeutlichte allen Anwesenden umso mehr die empfundene Dringlichkeit, Gläubigen den Zugang zu allen kirchlichen Ämtern zu ermöglichen, unabhängig von ihrem Geschlecht.

Auf der Agenda standen auch Themen sozialer Gerechtigkeit, vor allem mit Blick auf Frauen, sowie ökologische Fragen, insbesondere zur globalen Erwärmung und Biodiversität.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer verpflichteten sich, in verschiedenen Arbeitsgruppen an einzelnen Themen weiterzuarbeiten. Die internationale Konferenz in Irland war die zweite dieser Art; sie knüpfte an das Auftakttreffen des Reform-Netzwerks im Oktober 2013 in Bregenz an, das auf Einladung der österreichischen und schweizer Pfarrer-Initiativen stattfand. Damals waren katholische Priester und KirchenbürgerInnen aus sechs Länder vertreten. Zwischen der irischen „Association of Catholic Priests“ und der österreichischen Pfarrer-Initiative besteht bereits seit fünf Jahren ein intensiver Austausch.

Pressekontakte / Teilnehmende in Limerick:

Irland:
Tony Flannery, +35 387 681 4699
Brendan Hoban, +86 606 5055
Sean Mc. Donagh, +87 236 7612

Österreich:
Helmut Schüller, +43 664 5420734

Schweiz:
Markus Heil, +41 79 207 89 87

Deutschland:
Christian Weisner, +49 172 518 4082 Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Aus: Christ & Welt Ausgabe 50/2014

Kleine Reformen reichen nicht, schrieb Christiane Florin im Leitartikel der vergangenen Woche. Es braucht eine neue Theologie. Stimmt schon, erwidert der Theologe Magnus Striet aus Freiburg. Nur bedarf es dazu eines Solidarpakts der Amtskirche mit der Wissenschaft

den ganzen Artikel von Magnus Striet lesen sie hier

 

Magnus Striet ist Professor für Fundamentaltheologie an der Universität Freiburg im Breisgau.

Wie belastend ist Seelsorge für die Seelsorger? Wissenschaftler haben das untersucht und rausgefunden: Viele Priester empfinden den Zölibat als schwere Belastung.

Fragebogen zur Familiensynode war „verbales Sudoku“

Die Laienvertreter des Erzbistums München und Freising haben die Formulierungen des jüngsten Vatikan-Fragebogens zur Familiensynode kritisiert. Diözesanratsvorsitzender Prof. Hans Tremmel sprach von einem „verbalen Sudoku, das nur Fans Spaß macht“.

Den ganzen Bericht von der Frühjahrsvollversammlung des Diözesanrats lesen sie hier bei den Münchner Kirchennachrichten