Papst Franziskus hat Erwartungen geweckt, denen er nun nicht standhält – Designierter französischer Botschafter ist persona non grata.

Von Julius Müller-Meiningen.

„Verblüffender Widerspruch“: Papst Franziskus. Foto: afp

© OVB

„Verblüffender Widerspruch“: Papst Franziskus. Foto: afp

Vatikanstaat – „Wenn jemand schwul ist, den Herrn sucht und guten Willen hat, wer bin ich, über ihn zu urteilen“, sagte Papst Franziskus bei einer Pressekonferenz auf dem Rückflug vom Weltjugendtag in Rio de Janeiro 2013. Sein Pontifikat war damals gerade erst vier Monate alt, die Weltöffentlichkeit verstand diese Worte als veränderte, offenere Haltung der katholischen Kirche gegenüber Homosexuellen, auch wenn der Papst sich mit diesem Satz im Rahmen des katholischen Lehramts bewegte. Danach sind nicht homosexuelle Personen, aber wohl homosexuelle Handlungen zu verurteilen.

Jetzt, wo der Fall des designierten französischen Botschafters beim Heiligen Stuhl, Laurent Stéfanini, an die Öffentlichkeit gekommen ist, wendet sich das vielleicht am meisten missverstandene Zitat dieses Papstes gegen seinen Urheber. Stéfanini wurde von der französischen Regierung am 5. Januar nominiert und ist bis heute nicht akkreditiert. Der Grund, so sind sich französische wie italienische Medien sicher, liegt in der Homosexualität des Kandidaten. Stimmen Worte und Taten des Papstes bei diesem für die Kirche sensiblen Thema etwa nicht überein?

Zündstoff hat die Thematik zudem, seit bei der außerordentlichen Bischofssynode im Oktober erstmals offen von einer „Willkommenskultur für Homosexuelle“ in der Kirche die Rede war. Die programmatische Öffnung gegenüber Homosexuellen wurde vom streng konservativen Flügel der Bischöfe rasch wieder kassiert. Statt von einer Willkommenskultur zu profitieren, ist der designierte Botschafter Stéfanini im Vatikan nun persona non grata. Wie es scheint, handelt es sich bei dem neuen Kurs der Kirche vor allem um ein großes Missverständnis.

Wenn den Worten Taten folgen sollen, sieht die Kirche alt aus. Es ist vor allem dem Papst anzulasten: Franziskus hat Erwartungen geschürt, die kaum zu erfüllen sind. Das wird sich wohl auch bei der ordentlichen Bischofssynode im kommenden Herbst erweisen. Doch der Fall Stéfanini ist komplex. Einen Monat nach dem Akkreditierungs-Gesuch bestellte der Nuntius in Paris, Erzbischof Luigi Ventura, den designierten Botschafter zu einem informellen Gespräch ein und legte ihm den Rückzug seiner Kandidatur nahe, angeblich wegen Stéfaninis Homosexualität. Der Betroffene, ein praktizierender Katholik, der sich 1998 vom heutigen Pariser Erzbischof, Kardinal André Vingt-Trois, hatte firmen lassen und von diesem im Vatikan empfohlen worden war, zog seine Bewerbung nicht zurück mit dem Hinweis, schließlich habe ihn der Élysée-Palast nominiert.

Die französische Regierung hält bis heute an Stéfanini fest, weil er „einer der besten Diplomaten und der beste für die Vatikanbotschaft“ sei, wie es offiziell heißt. Der 55-Jährige war zuletzt Protokollchef im Élysée-Palast und von 2001 bis 2005 erster Berater des französischen Botschafters am Heiligen Stuhl. Johannes Paul II. verlieh Stéfanini damals wegen seiner Verdienste sogar den Gregoriusorden.

Vor einigen Tagen soll Stéfanini nach bestätigten Presseberichten nun von Papst Franziskus zu einem informellen Treffen im Vatikan bestellt worden sein. Franziskus habe dem Diplomaten gesagt, er habe nichts gegen ihn persönlich, wohl aber gegen die Haltung der französischen Regierung. Die habe jüngst nicht nur die „Ehe für alle“ in Frankreich legalisiert, sondern den Vatikan mit der Nominierung Stéfaninis in Verlegenheit gebracht. Regierungen wissen, dass es gängige Praxis des Heiligen Stuhls ist, Diplomaten in „irregulären Ehesituationen“ das Agrément zu verweigern. Dazu zählen wiederverheiratete Geschiedene ebenso wie homosexuelle Partnerschaften. Bereits 2007 hatte der Heilige Stuhl dem designierten französischen Botschafter Jean-Loup Kuhn-Delforge die Akkreditierung verweigert, weil er in einer eingetragenen Partnerschaft mit einem Mann zusammen lebt. Stéfanini hingegen ist ledig, steht aber zu seiner Homosexualität, ohne sie explizit zu thematisieren. Eine „irreguläre Ehesituation“ läge somit aus Sicht des Vatikan gar nicht vor.

Die Einlassungen des Papstes gegenüber Stéfanini, sollten sie so geäußert worden sein, sind auch aus der Perspektive des Heiligen Stuhls nicht schlüssig. Was bleibt, ist Spekulation: Gemutmaßt wird nun einerseits, Stéfanini sei Opfer einer politischen Auseinandersetzung zwischen dem Heiligen Stuhl und der französischen Regierung. Andere hingegen unterstellen dem Papst Scheinheiligkeit. So schreibt der gewöhnlich gut informierte Vatikan-Journalist Sandro Magister: Die Ablehnung Stéfaninis als Botschafter stehe im „verblüffenden Widerspruch zur Zahl homosexueller Kleriker“, die in den „beiden vergangenen Jahren in der Kurie auf bedeutende Posten befördert wurden und in engem Kontakt mit dem Papst stehen“. Magister nennt etwa Monsignor Battista Ricca, den Franziskus zum Prälaten bei der Vatikanbank machte.

Auch der ehemalige französische Außenminister Bernard Kouchner, der sich in einem Interview zum Fall äußerte, wirft dem Vatikan Doppelmoral vor. „Der Vatikan scheint mir nicht in der besten Situation zu sein, Homosexuelle abzulehnen“, sagte er. Auf Papst Franziskus wolle er jedoch nichts kommen lassen. Ihn verehre er weiterhin, so Kouchner.

Quelle: OVB

Neue Umfrage bestätigt Kluft zwischen Alltag und Kirchenlehre

Fakten für Familiensynode

Auch in der zweiten Familien-Umfrage des Vatikan zeigen die Antworten aus Deutschland eine starke Diskrepanz zwischen gelebtem Alltag und katholischer Lehre. Das zeigt die jetzt veröffentlichte Auswertung der Fragebögen.

Die Rückmeldungen zeigten laut Auskunft der Deutschen Bischofskonferenz, "dass das Leitbild von Ehe und Familie weiterhin breite Zustimmung unter den Gläubigen findet". Allerdings erwarteten die meisten "ein größeres Verständnis der kirchlich Verantwortlichen für Lebensformen, die diesem Leitbild nicht vollkommen entsprechen".

Den ganzen Artikel lesen sie hier beim Domradio

Online-Abstimmung Familien-Synode

„Die Kluft zwischen Lebenswirklichkeit und kirchlicher Lehre muss reduziert werden!“

 

Klares Votum des Kirchenvolkes an die Bischöfe zur Familien-Synode

Pressemitteilung von Gemeindeinitiative.org und KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche, München, 14.04.2015

Eine sehr große Mehrheit des Kirchenvolkes spricht sich für deutliche Veränderungen insbesondere im Umgang mit geschiedenen Wiederverheirateten aus. Dies betrifft die Zulassung zu den Sakramenten; eine Wiederheirat dürfe keinen Entzug der Lebensgrundlage durch Kündigung in kirchlichen Einrichtungen zur Folge haben. Aber auch ein neues Verständnis von Sexualität, ein erweitertes Familienverständnis, die Gleichstellung von Frauen und Männern in der Kirche sowie die Freiwilligkeit des Zölibats sind den Abstimmenden sehr wichtige Anliegen.

Dies sind die wichtigsten Ergebnisse einer Online-Abstimmung zur katholischen Familien- und Sexuallehre, die die Gemeindeinitiative.org und die KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche im Erzbistum München und Freising jetzt der Deutschen Bischofskonferenz in Bonn, dem Synodensekretariat in Rom, dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken und den deutschen Diözesanräten übermittelt haben.

Die abzustimmenden Aussagen waren auf Veranstaltungen erarbeitet worden, zu denen die Reformgruppen im Januar und Februar 2015 eingeladen hatten. Dort wurde ausführlich über die Familien-Synode informiert. Vor allem aber konnten Kirchenmitglieder zum Ausdruck bringen, was ihnen am meisten auf den Nägeln brennt. Die daraus entwickelten zehn Themenfeldern werden als primäre Handlungsfelder für die Familien-Synode im kommenden Herbst gesehen, ohne den Anspruch zu haben, alle Aspekte zu Familien, Sexualität und Beziehungen abzudecken. Die einhellige Auffassung jedoch ist: Veränderungen in diesen wichtigen Punkten würden die Spaltung zwischen Lebenswirklichkeit und kirchlicher Lehre wahrnehmbar reduzieren.

An der vom 1. bis 31. März 2015 dauernden Online-Abstimmung haben sich 1.169 Personen beteiligt. Bei acht von zehn zentralen Themenfeldern liegt der Grad der Zustimmung um oder über 90 Prozent. Für einen kirchlichen Segen für homosexuelle Paare stimmten immerhin fast 70 Prozent. Ob homosexuelle Paare die Möglichkeit haben sollten, in ihren familienähnlichen Beziehungen Kinder aufzuziehen, wurde von 45 Prozent bejaht, über 20 Prozent verneinten, 34 Prozent äußerten sich mit Unsicherheit. Die Abstimmung fand auch über die Münchner Erzdiözese hinaus reges Interesse.

Die Reformgruppen verstehen die Abstimmung als einen Beitrag in einem notwendigen langen Erneuerungsprozess, der über die Synode im Herbst hinausgehen wird. Der offizielle kirchliche Fragebogen, von vielen als sprachlich sehr kompliziert und vom normalen Lebensalltag der Menschen abgehoben empfunden, war kreativlos erst mit großer Verzögerung und mit viel zu kurzen Antwortfristen in den Diözesen publik gemacht worden. Die deutschen Bischöfe hatten leider nicht den Mut, ein eigenes Antwortkonzept für die Familiensynode zu erarbeiten, das wirklich die eigentlich von Papst Franziskus gewünschte breite Beteiligung des Kirchenvolks möglich gemacht hätte.

Ergebnisse der Online-Abstimmung der beiden Reformgruppen:
http://gemeindeinitiative.org/images/downloads/umfrage_auswertung81129.pdf

Schreiben an die Mitglieder der Deutsche Bischofskonferenz:
http://gemeindeinitiative.org/images/briefe/DBK_Umfrag_Ergebn_GI_WsKi_042015.pdf


Pressekontakte

Gemeindeinitiative:
Paul-G. Ulbrich, Tel. 0157 88455612, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Willi Genal, Tel. 0151 15004893, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Wir sind Kirche:
Christian Weisner, Tel. 0172 5184082, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Sigrid Grabmeier, Tel: 0170 8626 290, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Übersicht zu den Rückmeldungen in den deutschen Diözesen, (soweit im Netz veröffentlicht) Stand 01.04.2015 21:37

(Quelle: Gi Recherche)

Bericht dazu
Aachen 72
Augsburg  Ø
Bamberg 90  
Berlin 70  
Dresden-Meißen  Ø  
Eichstätt  Ø  
Erfurt 20  
Essen 14  
Freiburg/Br.  Ø  
Fulda  Ø  
Görlitz  Ø  
Hamburg  Ø  
Hildesheim  Ø  
Köln 481  
Limburg  Ø  
Magdeburg 18  
Mainz 21  
München-Freising 709  
Münster 100  
Osnabrück  Ø
Paderborn  Ø  
Passau  Ø  
Regensburg  Ø  
Rottenburg-Stuttgart  Ø  
Speyer  Ø  
Trier  Ø
Würzburg  28 „Ehe und Familie lebenslanger Prozess“„Ehe und Familie lebenslanger Prozess“
Gesamt 1623  
Limerick-Konferenz
Weltweite Katholische Reformgruppen fordern Bischöfe auf, die Vision des Papstes aktiv zu unterstützen

Pressemitteilung Limerick/Irland, 19.04.2015

Das zweite internationale Treffen katholischer Pfarrerinitiativen und Reformgruppen endete am Donnerstag mit dem Aufruf an die Bischöfe, die Vision des Papstes für eine erneuerte Kirche „mutig und öffentlich“ zu unterstützen. Im Fokus der viertägigen Konferenz standen vor allem die Frage einer dezentraleren und partizipativeren Kirchenstruktur zur Stärkung der Ortskirche sowie die Gleichberechtigung von Frauen in der Kirche.

Gastgeber Tony Flannery CSSR von der irischen „Association of Catholic Priests“ (ACP) brachte die Motivation der Anwesenden auf den Punkt: "Die Wahl von Papst Franziskus ist für lange Zeit unsere beste Chance für eine Erneuerung der Kirche!"

Über 30 katholische Priester, Katholikinnen und Katholiken aus den Vereinigten Staaten, Indien, Australien, Großbritannien, Irland, Italien und der Slowakei nahmen an der Konferenz in Limerick teil. Auch die Pfarrer-Initiativen aus Österreich und der Schweiz, die das Netzwerk 2013 ins Leben gerufen haben, sowie VertreterInnen der deutschen Pfarrer-Initiativen und der internationalen Bewegung „Wir sind Kirche“ (IMWAC) waren vor Ort.

In ihrem zentralen Anliegen waren sich die Reformer einig: „Für die Zukunft unserer Kirche brauchen wir lebendige Gemeinden. Gemeinden, die jeden einladen – ohne Ausnahme. Das geht nur, wenn wir Leitungskompetenzen neu verteilen: weg vom Vatikan hin zu den Pfarrgemeinden und weg von zölibatären Männern hin zu den Frauen. Wie sonst soll sich Papst Franziskus’ Vision einer Kirche als echte Weggefährtin, nahe bei den Menschen, verwirklichen?“, fasste Helmut Schüller von der österreichischen Pfarrer-Initiative die Besorgnis der internationalen Reformer zusammen.

Einigkeit herrschte auch darüber, dass zu einer Kirche, die den Menschen in Respekt und auf Augenhöhe verbunden ist, eine Rechenschaftspflicht für alle Glieder der kirchlichen Hierarchie gehört sowie verfasste Grundrechte, die allen Kirchenmitgliedern eine echte Beteiligung am kirchlichen Leben gewährleisten.

Mit Blick auf die Familien-Synode im Herbst forderten die Reformgruppen eine ernst gemeinte Beteiligung von LGBT, Geschiedenen und Wiederverheirateten, Alleinerziehenden und anderen von der katholischen Kirche an den Rand gestellten Menschen.

Als besonders schmerzhaft erlebten die KonferenzteilnehmerInnen die Diskriminierung von Frauen in der Kirche. Im Rahmen einer sehr offenen und ehrlichen Diskussion wurde überdeutlich, wie groß der Schmerz über den Ausschluss von Frauen aus Leitungsfunktionen und vom Priesteramt bei allen Beteiligten ist: „Hier werden Gräben gerissen, die unser gesamtes Kirchenleben beeinflussen“, erklärte Deborah Rose-Milavec von der US-amerikanischen Reformorganisation „Future Church“.

Betroffenheit herrschte auch angesichts der Angst mancher Teilnehmenden vor Repressionen durch ihre Bischöfe. So wurde trotz des gemeinsamen Wunsches danach, darauf verzichtet, Eucharistie in einer Weise zu feiern, die die fundamental gleiche Würde von Mann und Frau durch eine entsprechende Verteilung der gottesdienstlichen (Leitungs-)Aufgaben zum Ausdruck gebracht hätte. Dieser schmerzliche Verzicht verdeutlichte allen Anwesenden umso mehr die empfundene Dringlichkeit, Gläubigen den Zugang zu allen kirchlichen Ämtern zu ermöglichen, unabhängig von ihrem Geschlecht.

Auf der Agenda standen auch Themen sozialer Gerechtigkeit, vor allem mit Blick auf Frauen, sowie ökologische Fragen, insbesondere zur globalen Erwärmung und Biodiversität.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer verpflichteten sich, in verschiedenen Arbeitsgruppen an einzelnen Themen weiterzuarbeiten. Die internationale Konferenz in Irland war die zweite dieser Art; sie knüpfte an das Auftakttreffen des Reform-Netzwerks im Oktober 2013 in Bregenz an, das auf Einladung der österreichischen und schweizer Pfarrer-Initiativen stattfand. Damals waren katholische Priester und KirchenbürgerInnen aus sechs Länder vertreten. Zwischen der irischen „Association of Catholic Priests“ und der österreichischen Pfarrer-Initiative besteht bereits seit fünf Jahren ein intensiver Austausch.

Pressekontakte / Teilnehmende in Limerick:

Irland:
Tony Flannery, +35 387 681 4699
Brendan Hoban, +86 606 5055
Sean Mc. Donagh, +87 236 7612

Österreich:
Helmut Schüller, +43 664 5420734

Schweiz:
Markus Heil, +41 79 207 89 87

Deutschland:
Christian Weisner, +49 172 518 4082 Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Aus: Christ & Welt Ausgabe 50/2014

Kleine Reformen reichen nicht, schrieb Christiane Florin im Leitartikel der vergangenen Woche. Es braucht eine neue Theologie. Stimmt schon, erwidert der Theologe Magnus Striet aus Freiburg. Nur bedarf es dazu eines Solidarpakts der Amtskirche mit der Wissenschaft

den ganzen Artikel von Magnus Striet lesen sie hier

 

Magnus Striet ist Professor für Fundamentaltheologie an der Universität Freiburg im Breisgau.

Wie belastend ist Seelsorge für die Seelsorger? Wissenschaftler haben das untersucht und rausgefunden: Viele Priester empfinden den Zölibat als schwere Belastung.

Fragebogen zur Familiensynode war „verbales Sudoku“

Die Laienvertreter des Erzbistums München und Freising haben die Formulierungen des jüngsten Vatikan-Fragebogens zur Familiensynode kritisiert. Diözesanratsvorsitzender Prof. Hans Tremmel sprach von einem „verbalen Sudoku, das nur Fans Spaß macht“.

Den ganzen Bericht von der Frühjahrsvollversammlung des Diözesanrats lesen sie hier bei den Münchner Kirchennachrichten

Kritik am Vatikan-Fragebogen zur Familiensynode

Schwer verständliche Sprache, theologische Begriffe – mit diesen Worten kritisieren mehrere Bistümer den Fragebogen des Vatikans zur Vorbereitung der zweiten Familiensynode. domradio.de hat mit Dr. Michael Dörnemann vom Bistum Essen gesprochen.

Auszug u.a.:
"Das heißt, die Leute haben tatsächlich gedacht: Der Vatikan will uns eigentlich gar nicht hören. Der stellt da so komplizierte Fragen, dass wir gar nicht antworten können."

und auch: Ja, und das höre ich jetzt auch aus anderen Bistümern. Die Essener Zahl von ca. 14 Einzelantworten - neben der offiziellen Antwort aus Diözesanrat, Priesterrat und Ordensrat - liegt im Maß der anderen Diözesen. Sie alle registrieren eine geringe Beteiligung. In Mainz haben sich zum Beispiel 21 Personen beteiligt.

Das ganze Interview lesen sie hier bei Domradio.de

WICHTIG ZU WISSEN:

Die aktuelle Umfrage der Reforminitiativen verzeichnet bis jetzt (25.03.2015 13:15) 901 Zugriffe und 711 qualifizierte Antworten.

Bis 31.03.2015 hat jede(r) noch die Möglichkeit auf gemeindeinitiative.org/umfrage an der Abstimmung teilzunehmen.

 

Entlastung für die Pfarrer

Bis zum Herbst sollen fünf Verwaltungsleiter in den Pfarrverbänden im Landkreis mit der Arbeit beginnen und die nicht seelsorgerischen Aufgaben übernehmen

"Einer trage des anderen Lasten, und so werdet ihr das Gesetz des Christus erfüllen." So steht es bereits im Brief des Paulus an die Galater. Im neuen Testament wurde damit die Diakonie verkündet, die tätige Nächstenliebe. Nun will Kardinal Reinhard Marx auch den katholischen Pfarrern eine Last von den Schultern nehmen: Von Herbst an könnten im Dekanat Fürstenfeldbruck die ersten Verwaltungsleiter eingesetzt werden.

den ganzen Bericht von Nina Storner, Fürstenfeldbruck lesen sie hier in der Süddeutschen Zeitung

30 Interessierte sprechen über die Familiensynode

Zu einem Treffen für "an Fortschritten in der Kirche Interessierte" sind gut 30 Teilnehmer in die Pfarrei Heilig Kreuz in Traunstein gekommen.

Den ganzen Artikel aus den Münchner Kirchennachrichten lesen Sie hier

Die 18.seitige Auswertung des Fragebogens zur Familien-Synode im Erzbistum München ist hier auf den Seiten des Erzbistums zu lesen.

Die Pressemeldung zur Auswertung der Umfrage von Gemeindeinitiative.org und Wir sind Kirche finden sie hier.

München
Umfrage nach der  Umfrage

Auch nachdem die  Umfrage des Vatikan über das Sexual- und Familienbild der katholischen Kirche zumindest im Erzbistum München und Freising beendet ist, können Gläubige weiterhin ihre Meinung äußern: Die Reformgruppen „Gemeindeinitiative“ und „Wir sind Kirche“ haben unter www.gemeindeinitiative.org/umfrage einen eigenen Katalog mit zehn Fragen veröffentlicht. Anders als die Original-Vorlagen spricht der Fragebogen lediglich Themen an, die einzelne Kirchenmitglieder bewegen, ist in möglichst klarer Sprache gehalten und bietet Antwortmöglichkeiten nach dem Multiple-Choice-Prinzip.

Den ganzen Bericht von Jakob Wetzel lesen sie auf den Seiten von Wir sind Kirche

Sexualität, gleichgeschlechtliche Beziehungen, Abschaffung des Zölibats:
Über die Ergebnisse der Familiensynode der Katholischen Weltkirche diskutiert, die im Oktober 2014 in Rom stattfand und im Herbst 2015 ihre Fortsetzung finden soll – das wurde jüngst bei einem Treffen für "an Fortschritten in der Kirche Interessierte" in der Pfarrei Heilig Kreuz in Traunstein.

den ganzen Bericht lesen sie hier in der Heimatzeitung

Beitrag zum Meinungsfindungsprozess „Familiensynode“ –


Zusammenfassung des offenen regionalen Treffens in Traunstein, Hl. Kreuz, am Samstag, 21.2.2015
Auf Einladung des Katholischen Kreisbildungswerks Traunstein, des erzbischöflichen Bildungshauses St.Rupert Traunstein, der kath. Pfarrei Hl.Kreuz Traunstein und der „Gemeindeinitiative in der Erzdiözese“ trafen sich am Samstag, 21.2.2015, 36 Personen aus der näheren und weiteren Umgebung zu einer dreistündigen Veranstaltung mit Statements, Gruppenarbeit und Plenum. Sinn und Zweck des Treffens war es, zum Meinungsbildungsprozess für die Familiensynode im Oktober 2015 beizutragen. Adressat der Ergebnisse sind die Erzdiözese von München und Freising sowie die Deutsche Bischofskonferenz.

1.SEHEN – 2.URTEILEN – 3.HANDELN

1. S E H E N
- Die Lebenswelten, Lebensrollen und entsprechende Lebensgestaltungen sind heute sehr dynamisch und im ständigen Wandel. Wir nehmen eine große Vielfalt wahr, die von unterschiedlichen kulturellen Rahmenbedingungen mit bedingt ist.
- Sehr viele Menschen leben anderes als das, was in der „offiziellen“ Kirche traditionell zu Familie, Partnerschaft, Sexualität und Leiblichkeit ausgesagt wird. Zu nennen sind insbesondere: Frauen, Alleinerziehende, vor- u. nichtehelich Zusammenlebende, Regenbogenfamilien, Menschen mit anderen sexuellen Orientierungen und Partnerschaften, wiederverheiratet Geschiedene. Ganz besonders deutlich wird dies bei den „jungen Menschen“.
- Auch ist offensichtlich, dass ein Teil des Klerus den Zölibat nicht hält und ein Teil auch homosexuell orientiert ist.
- Kirche wird z.T. immer noch als vom „Klerikalismus“, „Autoritarismus“ und der „Rechthaberei“ gespalten erlebt. Die Trennlinie läuft zwischen Macht und Herrschaft versus Dialog und Begegnung. Menschen fühlen sich bevormundet statt in ihrer Mündigkeit und Eigenverantwortung ernst- und wahrgenommen. Auch strukturell haben sie zu wenig Möglichkeiten, sich einzubringen und mit zu entscheiden.


2. U R T E I L E N
- Die Tradition der Kirche zu Leiblichkeit und Sexualität ist überwiegend negativ motiviert, angstbesetzt und nicht auf dem Stand heutiger humanwissenschaftlicher Erkenntnisse und
gesellschaftlicher Entwicklungen – entsprechend wird sie von aufgeklärten Menschen als negativ, veraltet und demütigend empfunden und abgelehnt. Dadurch verliert die Kirche zunehmend insbesondere junge Menschen.
- Die kirchlichen Strukturen, Meinungs- u. Definitionswege sind nicht mehr zeitgemäß und müssen dialogischer und partizipativer werden.
- Der Pflichtzölibat hält nicht, was er verspricht, erzeugt Unglaubwürdigkeit und Lebenslügen und ist mitverantwortlich für den sogenannten „Priestermangel“; damit sind auch viele Probleme heutiger Pfarreien und der Sakramentenpraxis verbunden.
- Menschen, die den kirchlichen „Norm-Vorgaben“ nicht entsprechen, fühlen sich ausgeschlossen und diskriminiert. (vgl. versch. o.g. Gruppen).
- Auch die Sprache und Bilder der Kirche sind kaum verständlich und werden als kompliziert, veraltet und reformbedürftig empfunden.

3. H A N D E L N
- „Grundvertrauen statt Grundmisstrauen“ den Menschen entgegenbringen; Mündigkeit und Subjektsein aller Gläubigen respektieren, bei Meinungsfindung einbeziehen und mit entscheiden lassen.
- Eigenverantwortung und Grundhaltungen fördern, nicht so stark ins Detail gehen und Vorschriften machen.
- Seelsorgerlich-ganzheitliche Begleitung und Unterstützung für das „Volk Gottes“ gewährleisten durch genügend ausgebildete und beauftragte Personen im kirchlichen Dienst; entsprechende Änderungen bei den Zulassungsbedingungen (Frauen, Zölibat, etc.)
- Die „klerikale Bevormundung“ in Struktur und Lehre beenden
- Klare, verständliche Sprache; Einbeziehung heutiger kultureller Standards, aufgeklärtes Bibel-, Glaubens-, Gottesverständnis.
- Wertschätzung jedes Menschen, so wie er/sie ist, und entsprechender Lebensformen.
Zusammenfassung im Auftrag des Plenums erstellt von Ursula Lay und Christoph Nobs auf der Grundlage der Ergebnisse aus Gruppenarbeit und Plenumsgespräch


Traunstein, 3.3.2015
Ursula Lay Christoph Nobs

  • Viele Pfarrer klagen über Arbeitsüberlastung und Stress. Jetzt reagiert das Erzbistum München und Freising: Es stellt Verwaltungsleiter für die Pfarreien und Pfarrverbände ein.
  • Seelsorger sollen sich wieder mehr um die Menschen kümmern können und bei Verwaltungsarbeiten entlastet werden.
  • Bis zu 100 neue Stellen sind vorgesehen.

Den ganzen Bericht von Jakob Wetzel lesen sie hier in der SüddeutschenZeitung

Die Reformgruppen haben eine Online-Abstimmung vorbereitet, basierend auf vorrangig benannten Reformthemen, die auf Veranstaltungen zur Vorbereitung der Familiensynode 2015 erarbeitet worden sind. Diese Abstimmung bietet bis zum 31.März 2015 auf einfache Weise eine Möglichkeit, zu zeigen was auf den Nägeln brennt. Das Ergebnis wird an die Deutsche Bischofskonferenz, das römische Synodensekretariat, an das Zentralkomitee der deutschen Katholiken und Diözesanräte übermittelt und wird veröffentlicht werden.

Die Abstimmung ist beendet, die Ergebnisse finden sie hier

Kirchenasyl: Schutz in Gottes Namen

 

München - 411 Menschen leben in Deutschland momentan im Kirchenasyl. Nicht nur in Berlin wird aktuell darüber diskutiert – sondern auch in vielen Gemeinden in Bayern. Dort erleben die Pfarrer gerade eine große Welle der Hilfsbereitschaft.

Den ganzen Artikel lesen sie hier im Münchner Merkur

Eine Gesprächs- und Diskussionsrunde zu den Ergebnissen des ersten Teils der Familiensynode der Katholischen Weltkirche fand in der Pfarrei Heilig Kreuz in Traunstein statt. Organisiert wurde das Treffen von der Pfarrei, vom Katholischen Kreisbildungswerk Traunstein, dem Bildungs- und Exerzitienhaus St. Rupert Traunstein und der Reformgruppe Gemeindeinitiative.

den ganzen Artikel aus dem Traunsteiner Tagblatt lesen sie hier

Warum vor der Familiensynode in Rom einige Bistümer den Dialog mit der Basis scheuen.

Eigentlich sollte sich die katholische Kirche auf die Bischofssynode zum Thema Ehe und Familie kommenden Oktober in Rom vorbereiten und dabei auch die Meinung der Kirchenbasis miteinbeziehen. Doch nicht alle Bistümer scheinen den von Papst Franziskus verordneten Dialog mit den Menschen tatsächlich ernst zu nehmen.

den ganzen Artikel lesen sie hier in der Badischen Zeitung